Ebay verschiebt neues Bezahlsystem auf 2013 - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Ärger mit der BaFin Ebay verschiebt neues Bezahlsystem auf 2013

Die deutsche Finanzaufsicht fordert Nachbesserungen von Ebay. Die Handelsplattform muss auf Druck der BaFin eine Lizenz der luxemburgischen Behörde besorgen. Das Unternehmen kann das neue Bezahlsystem damit nicht wie geplant im Sommer einführen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Ebay verschiebt die Einführung seines neuen Bezahlsystems voraussichtlich auf 2013. Bei dem neuen Verfahren sollen über Ebay gekaufte Artikel nicht direkt beim Verkäufer bezahlt werden, sondern über die Online-Handelsplattform. Man werde erst eine Lizenz der luxemburgischen Finanzaufsicht CSSF erwerben, kündigte die deutsche Niederlassung des US-Unternehmens am Dienstag an. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin habe dies gefordert. Ebay hatte die neue Zahlungsabwicklung für diesen Sommer angekündigt.

Das Unternehmen gab sich überrascht von der Forderung. Der für die Zahlungsabwicklung zuständige Unternehmensbereich hat seinen Sitz in Luxemburg. Die luxemburgische Behörde habe Ebay in vorherigen Gesprächen bestätigt, dass für die geplante Zahlungsabwicklung keine Lizenz notwendig sei. "Wir sind der Auffassung, dass für die von uns geplante Zahlungsabwicklung keine Lizenz nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz notwendig ist, akzeptieren jedoch, dass die BaFin eine andere Rechtsauffassung vertritt", erklärte Geschäftsführer Dirk Weber.

Bis zum Erwerb der Lizenz werde Ebay ein seit vergangenem Herbst laufendes Pilotprojekt stoppen. Nach Angaben von Februar nutzten bereits mehr als 500.000 Verkäufer-Konten das neue Verfahren. Insgesamt hat Ebay in Deutschland 16 Millionen aktive Nutzer.

Verkäufer müssen sieben Tage auf Geld warten

Ebay verspricht mit dem neuen Verfahren mehr Sicherheit für die Käufer. Private Verkäufer werden mit dem System sieben Tage auf ihr Geld warten müssen, für gewerbliche Verkäufer wird eine zusätzliche Gebühr von zwei Prozent eingeführt. Als Bezahlwege sind Banküberweisung, Kreditkarte oder Lastschrift vorgesehen sowie der hauseigene Dienstleister PayPal oder der ähnliche Dienst Skrill.

Wenn das Geld an Ebay bezahlt wurde, bekommt der Verkäufer bei dem neuen Verfahren Bescheid und muss den Artikel losschicken. Ab dem Moment, wo er als versendet markiert wurde, starten die unterschiedlichen Fristen. Für gewerbliche Verkäufer, die schon länger auf Ebay aktiv sind und den Mindeststandards der Plattform genügen, liegt sie bei einem Tag.

Alle anderen gewerblichen Anbieter müssen auf ihr Geld sieben Tage warten - plus die erwartete Versanddauer. Mit der zusätzlichen Gebühr sind alle Zahlungswege abgedeckt. Das heißt: Auch die heutige separate PayPal-Gebühr entfällt. Auf private Verkäufer kommen keine zusätzlichen Kosten zu, und auch sie werden die bisherige PayPal-Gebühr nicht bezahlen müssen. Die Umstellung war bei etlichen Verkäufern auf Kritik gestoßen, die befürchten, länger auf ihr Geld warten zu müssen.

cte/dpa

Mehr lesen über