Eiserner Retter: Bund will bei Commerzbank weiter mitreden - DER SPIEGEL
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Eiserner Retter Bund will bei Commerzbank weiter mitreden

Ein schneller Ausstieg des Bundes bei der Commerzbank ist nach einem Bericht des "Handelsblattes" nicht in Sicht. Man werde eine Verwässerung der Anteile durch eine Kapitalerhöhung nicht akzeptieren, zitierte die Zeitung einen Regierungsvertreter. Bei wichtigen Entscheidungen will der Bund mitreden.
Bankenhochhäuser in Frankfurt am Main: Harte Haltung des Soffin
Bankenhochhäuser in Frankfurt am Main: Harte Haltung des Soffin

Bankenhochhäuser in Frankfurt am Main: Harte Haltung des Soffin

Foto: Arne Dedert/ picture alliance / dpa
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Düsseldorf - Als Retter in der Not musste die Bundesregierung 2008 bei der Commerzbank   einspringen - und einem Bericht des "Handelsblattes" zufolge will der Staat seinen Einfluss bei dem Kreditinstitut vorerst auch nicht aufgeben. Auf Grundlage einer Vereinbarung zwischen dem Rettungsfonds Soffin und der Bank werde die Regierung ihren Anteil voraussichtlich länger halten als bisher bekannt, hieß es.

Finanzkrise

In der bekam die Commerzbank 18,2 Milliarden Euro vom Soffin. Seither ist der Staat mit 25 Prozent plus einer Aktie an dem Geldinstitut beteiligt.

Commerzbank

Die Vereinbarung mit dem Soffin sehe vor, dass der Staat auch bei einer möglichen Kapitalerhöhung seine Sperrminorität behalte. "Für den Bund ist es wichtig, dass er auch nach einer Kapitalerhöhung seinen Aktienanteil von 25 Prozent plus einer Aktie an der behält", sagte der Vorsitzende des Kontrollgremiums des Bundestags, Florian Toncar (FDP). Der Parlamentsausschuss überwacht die Arbeit des Soffin.

Durch sein Engagement stelle der Bund sicher, dass ohne sein Einverständnis keine weitreichenden Entscheidungen innerhalb der Bank getroffen werden können, hieß es weiter. Für die Commerzbank und ihren Chef Martin Blessing dürfte das Ziel, den Staat schnell auszubezahlen, damit bis auf weiteres ein Wunschtraum bleiben.

Im Fall einer Kapitalerhöhung werde der Bund verhindern, dass der Aktienanteil und damit der Einfluss des Bundes schrumpft, sagte Toncar. "Erst wenn die stille Einlage abgebaut ist, können wir an den Verkauf der Aktien gehen."

Die Bundesregierung unterstützt den harten Kurs des Soffin gegenüber der Commerzbank. "Der Bund wird eine Verwässerung seiner Anteile durch eine Kapitalerhöhung nicht akzeptieren", zitiert die Zeitung einen hochrangigen Regierungsvertreter. Ein Sprecher der Commerzbank lehnte einen Kommentar ab.

Börsianer sahen die Aktien der Commerzbank am Donnerstag unter Druck. "Bisher war erwartet worden, dass der Staat seinen Anteil verwässern oder im Falle einer Kapitalerhöhung reduzieren würde", sagte ein Händler. "Nun scheint die Bundesregierung ihren Einfluss länger wahren zu wollen als erwartet - das dürfte einigen Leuten nicht gefallen."

In den Jahren 2008 und 2009 hatte die Bank wegen der Übernahme der Dresdner Bank und der Finanzkrise insgesamt mehrere Milliarden Euro Verlust gemacht. Daraufhin musste der Bund das Kreditinstitut stützen.

mmq/dpa-afx