Gigantischer Börsengang Facebook-Aktien kosten 38 Dollar
Illustration vor einem Facebook-Logo: Preis am oberen Ende der Spanne
Foto: JOEL SAGET/ AFPNew York - Facebook gibt seine Aktien zu einem Preis von 38 Dollar pro Anteilsschein heraus. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Insgesamt will Facebook rund 420 Millionen Anteilsscheine verkaufen - und nimmt damit mehr als 16 Milliarden Dollar ein. Der Börsenwert des sozialen Netzwerks schwillt auf mehr als 104 Milliarden Dollar an. Damit wird der der Börsengang des Unternehmens aus dem kalifornischen Menlo Park eine der größten Neuemissionen aller Zeiten. Der Handel mit Facebook-Aktien wird am Freitag um 9.30 Uhr New Yorker Zeit beginnen.
Am Markt gab es deutlich unterschiedliche Schätzungen für den Eröffnungskurs. Beim Broker Lang & Schwarz war die Indikation am Donnerstag zeitweise auf über 60 US-Dollar gestiegen, ETX Capital nannte einen Kurs von 38,89 Dollar je Aktie. Auch das liegt noch über der Preisspanne für die Emission, die unlängst auf 34 bis 38 US-Dollar angehoben worden war.
Zudem war die Anzahl der angebotenen Anteilsscheine wegen der großen Nachfrage bereits erhöht worden - was einige Händler aber als "völlig überzogen" bezeichneten. Zwar könne damit gerechnet werden, dass die Aktie kurzzeitig weiter zulegen dürfte, da dann erst einmal die Privatanleger kauften. Gleichzeitig dürften die institutionellen Investoren aber ihre Gewinne mitnehmen. Nach Aussagen der Deutschen Börse können deutsche Anleger die Papiere direkt im Anschluss an den Börsengang auch in Frankfurt handeln.
Der Facebook-Börsengang ist allerdings nicht unumstritten. Denn dem gigantischen Marktwert steht ein wesentlich geringerer Umsatz gegenüber. Facebook hat zwar 901 Millionen aktive Mitglieder, doch das Geld kommt größtenteils aus der Werbung. Diese Woche stoppte der Autobauer General Motors, der drittgrößte Werbeträger der USA, alle seine Anzeigen auf Facebook: Sie würden nicht geklickt, brächten also nichts. Zwar gehen Facebook dadurch nur zehn Millionen Dollar verloren, doch der Imageschaden ist groß.
Facebook muss sich also neue Erlösquellen erschließen, um weiter expandieren zu können. Wegen der unsicheren Wachstumsaussichten sollen sich im Vorfeld des Börsengangs vor allem institutionelle Investoren wie etwa Fonds und Anlagefirmen zurückgehalten haben. Dafür ist die Begeisterung bei Privatleuten umso größer.