EU will Suchmaschinen-Streit mit Google beilegen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Kartellverfahren EU will Suchmaschinen-Streit mit Google beilegen

Google kann im Kartellstreit mit der EU auf eine glimpfliche Lösung hoffen. Laut Wettbewerbskommissar Almunia hat der US-Konzern auf die Kritik an der Marktmacht seiner Suchmaschine reagiert. Vor einer endgültigen Einigung sollen aber die Konkurrenten befragt werden.
Google-Zentrale in Mountain View: EU-Verfahren läuft seit 2010
Google-Zentrale in Mountain View: EU-Verfahren läuft seit 2010

Google-Zentrale in Mountain View: EU-Verfahren läuft seit 2010

Foto: Marcio Jose Sanchez / AP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Brüssel - Google und die EU-Kommission stehen im Streit über die Marktmacht des Internetriesen unmittelbar vor einer Einigung. Google habe verbesserte Zusagen gemacht, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. So garantiere der US-Konzern nun unter anderem, dass bei Suchergebnissen für Restaurants, Hotels oder andere Produkte auch die Angebote von drei Konkurrenten deutlich sichtbar aufgelistet würden.

"Die neuen Vorschläge von Google gehen nach langen und schwierigen Verhandlungen auf die Einwände der Kommission ein", sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Seine Behörde will nun die Konkurrenten zu den Zusagen befragen, um den Fall endgültig abzuschließen.

Mit dem Kompromiss würde Google einer möglichen Strafe von bis zu fünf Milliarden Dollar entgehen. Von den Zusagen könnten Konkurrenten wie Microsoft und Yahoo profitieren, die im Geschäft mit Suchmaschinen ins Hintertreffen geraten sind. Mehrere Unternehmen hatten sich über Google beschwert, darunter die US-Online-Reiseanbieter Expedia und TripAdvisor. Sie werfen Google vor, bei der Suchmaschine auf unfaire Weise eigene Dienste in den Vordergrund zu stellen. Die EU hatte daraufhin Ende 2010 ein Verfahren wegen möglicher Wettbewerbsverzerrungen eröffnet.

Klar ist aber auch: Selbst wenn es zu einer Einigung mit der EU kommt, dürfte die Kritik an Google nicht abebben. Europäische Zeitungsverleger und ihre Wirtschaftsverbände hatten den sich abzeichnenden Kompromiss bereits im Vorfeld kritisiert.

cte/dpa/Reuters