Hessischer Pharmakonzern Finanzinvestoren übernehmen Stada
Tabletten bei Stada
Foto: Frank Rumpenhorst/ dpaDie Übernahme gelingt nur haarscharf: Die Finanzinvestoren Bain und Cinven haben den hessischen Pharmakonzern Stada übernommen. Bis zum Ablauf der Übernahmefrist in der Nacht auf Donnerstag sei mit 63,85 Prozent die erforderliche Mindestannahmeschwelle der Stimmrechte geknackt worden, teilten die Investoren mit. Nötig waren mindestens 63 Prozent.
"Wir sind froh, dass die Frage der zukünftigen Eigentümerstruktur nun geklärt ist", sagte Stada-Chef Engelbert Willink. Der Hersteller von Nachahmermedikamenten (Generika) und rezeptfreien Markenprodukten wie Grippostad könne sich nun wieder auf das operative Geschäft konzentrieren. An der Börse kam die Nachricht gut an: Stada-Aktien schossen am Mittag um mehr als elf Prozent auf über 71 Euro nach oben.
Das Unternehmen und seine Mitarbeiter profitierten von dem Verkauf an das angelsächsische Investorenduo, sagte Aufsichtsratschef Ferdinand Oetker. "Wir sind davon überzeugt, dass Stada dank dieser Entscheidung langfristig erfolgreich sein wird."
Bain und Cinven waren im Juni mit der Übernahme von Stada zunächst gescheitert, da sie die nötige Annahmequote knapp verfehlten. Daraufhin hatten sie ihr Angebot um 25 Cent je Aktie auf 66,25 Euro je Papier erhöht - und die Annahmequote wurde von 67,5 auf 63 Prozent gesenkt.
Dennoch hatten die Investoren und der Pharmakonzern bis zuletzt um den Verkauf gezittert. Arbeitnehmervertreter sahen den Verkauf kritisch. Sie befürchteten trotz Zusagen der Investoren einen Abbau der rund 10.800 Jobs bei Stada. Und tatsächlich hatten trotz des nun höheren Preises beim ersten Versuch mit 65,5 Prozent anteilig mehr Aktionäre als jetzt für die Offerte gestimmt.
Mit rund 5,4 Milliarden Euro ist die Übernahme des im MDax notierten Konzerns einer der größten Firmenverkäufe eines deutschen Unternehmens an Finanzinvestoren. Für den zweiten Anlauf hatten sich Bain und Cinven die Zustimmung der Finanzaufsicht BaFin einholen müssen.