Flughafen BER Ex-Technikchef unter Untreueverdacht
Horst Amann (l.) mit Hartmut Mehdorn (2013)
Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / dpaDie Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt wegen des Verdachts auf Untreue gegen den früheren Geschäftsführer und Technikchef des Berliner Hauptstadtflughafens (BER), Horst Amann. Das bestätigte Oberstaatsanwältin Petra Hertwig am Dienstag auf Anfrage. Mit einem Durchsuchungsbeschluss sei die Herausgabe von Unterlagen der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) in Schönefeld erzwungen worden.
Hertwig sagte, es bestehe der Anfangsverdacht, dass Amann Ende 2012 größere Geldbeträge an die Firma Imtech als Abschlagszahlungen überwiesen habe. Es werde nun geprüft, ob diese Zahlungen überhöht oder ganz unberechtigt gewesen seien. Imtech war auf der Baustelle des Hauptstadtflughafens BER für die Haustechnik zuständig. Deren Mängel haben bis heute die Eröffnung des BER verhindert.
Vor der Staatsanwaltschaft hatte die Flughafengesellschaft mitgeteilt, dass die Anklagebehörde wegen des Verdachts der Untreue gegen einen ihrer ehemaligen Geschäftsführer ermittele. "Es handelt sich um einen Vorgang aus dem Jahr 2012", hieß es weiter. Ein Flughafensprecher sagte, es habe keine Durchsuchung von Büroräumen in Schönefeld gegeben.
Staatsanwältin Hertwig bestätigte diese Darstellung. Die geforderten und zuvor nicht herausgegebenen Unterlagen seien nach Vorlage des richterlichen Beschlusses einem Staatsanwalt übergeben worden.
Nach Informationen der "Potsdamer Neuesten Nachrichten" geht es in dem Fall um zwei Abschlagszahlungen über insgesamt rund 70 Millionen Euro an Imtech und die Frage, ob dafür Leistungen erbracht wurden oder nicht. Amann habe sich die Zahlungen vom Aufsichtsrat genehmigen lassen, begründet mit sonst drohendem Stillstand auf der Baustelle
"Ich habe mir nichts vorzuwerfen"
Amann sagte der "Berliner Morgenpost": "Mir ist nichts davon bekannt und ich habe mir nichts vorzuwerfen." Die Zeitung und "Bild" hatten zuvor darüber berichtet, dass sich die Untreue-Ermittlungen gegen Amann richten. Der Bauingenieur war im August 2012 als Hoffnungsträger vom Flughafen Frankfurt nach Berlin gekommen, um das Milliardenprojekt BER aus der Krise zu führen. Nach monatelangem Führungsstreit mit dem damaligen Flughafenchef Hartmut Mehdorn musste Amann im Oktober 2013 gehen.
In einem Korruptionsprozess rund um den Bau des Hauptstadtflughafens und Imtech war ein ehemaliger Bereichsleiter der Flughafengesellschaft im Oktober 2016 zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Cottbus verhängte gegen ihn dreieinhalb Jahre Gefängnis wegen Bestechlichkeit. Zudem musste er 150.000 Euro zahlen.
Die Ankläger hatten dem Ex-Prokuristen vorgeworfen, von einer Auftragsfirma Ende 2012 Schmiergeld in Höhe von 150.000 Euro entgegengenommen zu haben. Im Gegenzug habe er sich dafür eingesetzt, dass Nachtragsforderungen in Millionenhöhe ungeprüft an die Bauausrüsterfirma überwiesen wurden.