Zündschloss-Defekt Rückrufe lassen GM-Gewinn deutlich schrumpfen
GM-Zentrale in Detroit: Das eigentliche Geschäft läuft gut
Foto: DPADetroit - Die tödliche Pannenserie wegen defekter Zündschlösser kommt die Opel-Mutter General Motors (GM) teuer zu stehen. Wegen Rückstellungen für mehrere Rückrufaktionen brach der Gewinn im ersten Quartal 2014 um fast 90 Prozent auf 108 Millionen Dollar ein, teilte der weltweit zweitgrößte Autobauer mit. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres erwirtschaftete GM noch einen Überschuss von 873 Millionen Dollar. Außer den Rückrufen belastete die teure Sanierung von Opel die GM-Bilanz.
Insgesamt legte GM 1,3 Milliarden Dollar für Reparaturkosten an Millionen von Fahrzeugen zurück, die in den ersten drei Monaten in die Werkstätten zurückgerufen werden mussten. Es sei noch zu früh, um weitere Belastungen auszuschließen, sagte Finanzchef Chuck Stevens. GM schmerzen nicht nur die Kosten des Zündschloss-Debakels, auch der Imageschaden ist enorm - allerdings vor allem in den USA, wo der Defekt zu mehreren Todesfällen geführt hat. Die deutsche Tochter Opel war davon kaum betroffen.
Das eigentliche Geschäft sei in den ersten drei Monaten des Jahres aber gut gelaufen, beteuerte Konzernchefin Mary Barra. "Die Kunden reagieren positiv auf die neuen Autos, die wir auf den Markt bringen." Der Umsatz stieg leicht auf 37,4 Milliarden Dollar. Insgesamt verkaufte GM 2,4 Millionen Fahrzeuge, ein Plus von zwei Prozent. Tatsächlich hatten Branchenexperten im Vorfeld sogar einen Quartalsverlust für möglich gehalten.
Opel stellt wieder ein
In Europa konnte GM den Umsatz von 5,3 Milliarden auf 5,6 Milliarden Dollar steigern. Der Absatz stieg um 13.000 auf 271.000 Fahrzeuge. "Das zeigt, dass wir die richtigen Weichen gestellt haben", sagte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. Erstmals seit langem hat Opel sein Personal wieder aufgestockt. Auch wegen 350 neu eingestellter Ingenieure stieg die Zahl der Mitarbeiter in Europa um tausend auf 38.000.
Trotzdem musste General Motors in Europa im ersten Quartal einen operativen Verlust von 284 Millionen Dollar hinnehmen. Mit 200 Millionen Dollar sind dem Konzern zufolge allerdings mehr als zwei Drittel des Verlusts auf Restrukturierungskosten zurückzuführen. Hier schlage vor allem das Aus für das Werk in Bochum zum Jahresende zu Buche. Insgesamt wird das Opel mindestens 500 Millionen Euro kosten.