Germanwings-Streik: Piloten starten zweitägigen Streik - DER SPIEGEL
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Gewerkschaft Cockpit Germanwings-Piloten starten zweitägigen Streik

Mehr als 160 Flüge sind gestrichen: Bei Germanwings sind die Piloten in den Streik getreten. Die Airline ist optimistisch, dass trotzdem jeder zweite Flug starten kann.
Stillstand: Viele Germanwings-Flieger bleiben heute am Boden
Stillstand: Viele Germanwings-Flieger bleiben heute am Boden

Stillstand: Viele Germanwings-Flieger bleiben heute am Boden

Foto: Matthias Balk/dpa
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Frankfurt am Main - Bei der Lufthansa-Tochter Germanwings streiken heute und morgen die Piloten. Nach Angaben der Airline sollen dennoch mehr als 60 Prozent aller Flüge starten.

"80 Prozent der Passagiere erreichen ihr Ziel", sagte ein Sprecher des Unternehmens am frühen Donnerstagmorgen. Er verwies auf die Bahn und auf Umbuchungen auf andere Fluggesellschaften. Zudem könne Germanwings auf 23 meist kleinere Maschinen der nicht bestreikten Lufthansa-Tochter Eurowings zurückgreifen, die regelmäßig im Auftrag der Fluglinie unterwegs sind. Daneben sollen auch Ersatzmaschinen samt Besatzung zugechartert und Piloten aus dem eigenen Management eingesetzt werden.

Für beide Streiktage waren insgesamt rund 900 Flüge geplant. Nun sollen am Donnerstag mehr als 160 Flüge ausfallen, am Freitag werden ähnlich viele Verbindungen gestrichen. Der Ausstand trifft vor allem die Flughäfen Berlin, Köln, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart. In Frankfurt und München werden kaum Behinderungen erwartet, weil Germanwings diese Drehkreuze nur selten anfliegt.

Der Sprecher der Airline riet Reisenden, im Internet zu prüfen, ob ihre Verbindung ausfällt. Betroffene könnten ihren Flug auf der Webseite oder über das Call Center (0180-6320320) kostenlos stornieren oder umbuchen.

Verspätet sich ein Flug oder fällt ganz aus, steht Passagieren keine Ausgleichszahlung nach EU-Recht zu. Denn ein Streik gilt als höhere Gewalt. Allerdings muss sich die Airline bei einem Pilotenstreik um die Passagiere am Flughafen kümmern. Wenn diese dort längere Zeit auf einen freien Platz in einer späteren Maschine warten müssen, stehen ihnen zum Beispiel Essen oder Getränke zu. Gegegenenfalls auch eine Hotelübernachtung und der Transport vom und zum Flughafen.

Die Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings wollen die Arbeit wegen eines Tarifstreits niederlegen. Gestritten wird unter anderem über die Übergangsversorgung der Piloten vor dem Renteneintritt. Es gibt aber auch grundlegende Meinungsverschiedenheiten über den künftigen Kurs der Lufthansa.

Die Vereinigung Cockpit hatte im vergangenen Jahr bei den Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings zu insgesamt zehn Streiks aufgerufen, nur einmal sagte sie den Arbeitskampf kurzfristig ab. Das Unternehmen bezifferte den Schaden auf rund 200 Millionen Euro, rund 7400 Flüge fielen aus, 850.000 Passagiere waren betroffen.

vet/dpa