Schweizer Großbank Facebook-Desaster sorgt bei UBS für Gewinneinbruch
UBS-Filiale in Zürich: Schlechte Bilanz des Facebook-Börsengangs
Foto: Arnd Wiegmann / REUTERSZürich - Die Schweizer Großbank UBS hat im zweiten Quartal nur halb so viel wie zu Jahresbeginn verdient. Der Reingewinn sank auf 425 Millionen Franken (354 Millionen Euro), teilte das größte Schweizer Geldinstitut am Dienstag mit. Im ersten Quartal hatte die UBS noch 827 Millionen Franken verdient.
Als Grund für den Gewinneinbruch nannte die Bank den enttäuschenden Börsengang von Facebook und das stockende Investmentgeschäft infolge der Schuldenkrise. Die Verluste durch das Facebook-Desaster bezifferte die UBS auf 349 Millionen Franken.
Die Bank erklärte, beim Börsengang des sozialen Netzwerks am 18. Mai seien Kauforder aufgrund einer Überforderung des Nasdaq-Handelssystems mehrfach ausgeführt worden. Die Bank habe dadurch viel mehr Aktien erhalten, als sie eigentlich bestellt hatte und sei auf vielen der später rasch im Wert gesunkenen Facebook-Aktien sitzengeblieben. Betroffen waren auch andere Banken und deren Händler. Über Entschädigungen soll weiter verhandelt werden.
Unter anderem wegen der Schuldenkrise schrieb der Investment-Bereich der UBS im zweiten Quartal vor Steuern einen Verlust von 130 Millionen Franken - gegenüber einem Vorsteuergewinn von 730 Millionen Franken im ersten Quartal. Immerhin brachten reiche Kunden 9,5 Milliarden Franken an frischem Geld - gut drei Milliarden Franken mehr als im Quartal zuvor. Damit verhalfen sie der UBS-Vermögensverwaltung zu einem Einlagenzuwachs. Der Vorsteuergewinn in dieser Sparte sank nur leicht auf 502 Millionen Franken.
UBS-Chef macht wenig Hoffnung auf Besserung
Erst vor drei Monaten hat Ex-Bundesbankchef Axel Weber sein Amt als neuer UBS-Präsident angetreten. Er versprach, er werde alles in seinen Kräften stehende tun, um die Bank weiter zu stabilisieren und für eine "hervorragende Zukunft" der UBS zu sorgen.
UBS-Chef Sergio Ermotti erklärte, wenn es in der europäischen Schulden- und Bankenkrise und beim amerikanischen Staatshaushalt keine nachhaltige Besserung gebe, seien Ergebnisverbesserungen angesichts der herrschenden Marktlage unwahrscheinlich. An der Börse wurde das Quartalsergebnis mit Enttäuschung aufgenommen. Die Aktie verlor knapp sechs Prozent.