Gewinnrückgang trotz Preishochs: Ölpest-Kosten belasten BP - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Gewinnrückgang trotz Preishochs Ölpest-Kosten belasten BP

Die Bilanz ist schlechter als erwartet: BP hat im ersten Quartal rund 5,5 Milliarden Dollar Gewinn gemacht - etwas weniger als im Vorjahresquartal. Angesichts des hohen Ölpreises werten Anleger das Ergebnis als Enttäuschung.
BP-Firmenlogo: Markterwartungen nicht erfüllt
BP-Firmenlogo: Markterwartungen nicht erfüllt

BP-Firmenlogo: Markterwartungen nicht erfüllt

Foto: A3430 Bernd Thissen/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Die Folgekosten der verheerenden Ölpest im Golf von Mexiko belasten das BP-Geschäft. Höhere Ausgaben sowie eine geringere Produktion durch die Explosion der Bohrplattform "Deepwater Horizon" vor rund einem Jahr machten die für BP positiven Effekte der steigenden Ölpreise zunichte, teilte der britische Konzern am Mittwoch mit. Der Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten lag im ersten Quartal bei 5,48 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte BP 5,6 Milliarden Dollar erzielt.

Damit konnte der Konzern die Markterwartungen nicht erfüllen. Während bei anderen Ölkonzernen wie Shell   und Exxon   angesichts der steigenden Ölpreise hohe Gewinne erwartet werden, schnitt BP vergleichsweise schwach ab.

Die Ölkatastrophe hatte den Briten schon die Bilanz des vergangenen Jahres verhagelt. Nun muss der Konzern eine Reihe von Unternehmensteilen verkaufen. Auf Vorsteuerbasis beliefen sich die Aufwendungen im ersten Quartal auf 400 Millionen Dollar.

Nach der Plattform-Explosion im Golf von Mexiko floss 87 Tage lang ungehindert Öl ins Meer und richtete

an Flora, Fauna, in der Fischwirtschaft und im Tourismus große Schäden an.

Obama drängt Ölförderländer zu höherer Rohöl-Produktion

Der hohe Ölpreis mag den Energiekonzernen Milliardeneinnahmen bescheren - für die Verbraucher ist er eine Belastung. Er heizt die Inflation an und macht das Tanken teuer. In den USA setzt der hohe Benzinpreis mittlerweile die Regierung unter Druck. Dass die Amerikaner an der Zapfsäule immer tiefer in die Tasche greifen müssen, schadet Umfragen zufolge der Popularität von US-Präsident Barack Obama.

Entsprechend forderte dieser die Ölexportländer zu einer höheren Rohölproduktion auf. "Wir sprechen viel mit den großen Förderländern wie Saudi-Arabien", sagte Obama am Dienstag im US-Fernsehen. Diese müssten die Ölproduktion hochschrauben, um den Preisanstieg zu bremsen. Schließlich sei es auch im Interesse dieser Länder, dass die Weltwirtschaft nicht durch zu hohe Ölpreise ausgebremst werde.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) gab derweil leicht nach. Berechnungen des Opec-Sekretariats zufolge kostete ein Barrel (159 Liter) am Dienstag im Durchschnitt 118,96 US-Dollar. Das waren 42 Cent weniger als am Montag.

ssu/dpa/Reuters