Haniel: Lufthansa-Vorstand Gemkow wird neuer Chef - DER SPIEGEL
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Familienkonzern Lufthansa-Finanzvorstand wird Chef von Haniel

Der Familienkonzern Haniel holt sich einen Luftfahrt-Manager als neuen Chef. Lufthansa-Finanzvorstand Stephan Gemkow werde Jürgen Kluge an der Spitze des Unternehmens ablösen, teilte Haniel mit. Dort erwarten den Neuen zahlreiche Probleme.
Designierter Haniel-Chef Stephan Gemkow: Neuanfang in Duisburg
Designierter Haniel-Chef Stephan Gemkow: Neuanfang in Duisburg

Designierter Haniel-Chef Stephan Gemkow: Neuanfang in Duisburg

Foto: Boris Roessler/ picture alliance / dpa
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Duisburg - Die Chef-Frage bei Haniel ist gelöst. Lufthansa-Finanzvorstand Stephan Gemkow verlässt die Fluglinie und löst Jürgen Kluge an der Spitze des Duisburger Familienkonzerns ab. Einen entsprechenden Bericht von manager magazin online bestätigten beide Unternehmen.

Damit will Haniel einen Schlussstrich unter die Personalquerelen der Vergangenheit ziehen. Bei der Lufthansa hat der 52-jährige Gemkow um eine vorzeitige Entlassung aus seinem Arbeitsvertrag gebeten. Wann genau er sein neues Amt antreten kann, ist noch offen.

Der Manager ist seit Juni 2006 Finanzvorstand bei der Airline. Dort schlägt das Präsidium des Aufsichtsrates dem Kontrollgremium für seine Sitzung am 7. Mai vor, die Vorstandstätigkeit von Gemkow in gegenseitigem Einvernehmen vorzeitig zu beenden. Er galt bei der Lufthansa   als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge des langjährigen Konzernchefs Wolfgang Mayrhuber, der sich 2010 zurückzog. Letztlich machte aber sein Vorstandskollege Christoph Franz das Rennen.

Haniel drücken hohe Schulden

Mit Gemkows Ernennung und dem Abtritt von Kluge will Haniel einen Schlussstrich unter seine Probleme ziehen. Der Duisburger Konzern ist mehr als 250 Jahre alt. Das Unternehmen ist mehrheitlich an dem Pharmahändler Celesio   beteiligt und unter anderem Großaktionär beim Düsseldorfer Metro  -Konzern. Haniel war in den vergangenen Monaten wegen seiner hohen Verschuldung in die Schlagzeilen geraten.

Zudem hatte Noch-Chef Kluge sich mit den Vorstandsvorsitzenden von Celesio und Metro überworfen. Der Bruch zwischen den Managern war nicht mehr zu kitten. Sowohl Celesio-Chef Fritz Oesterle als auch Metro-Chef Eckhard Cordes schieden aus. Kluge kündigte infolge der Querelen an, dass er sich von seinem Amt als Haniel-Chef zurückziehen werde, sobald ein Nachfolger gefunden sei.

Auf Gemkow kommt bei Haniel viel Arbeit zu. Den Konzern drückten Mitte 2011 Nettofinanzschulden von rund 5,2 Milliarden Euro, die Rating-Agentur S&P hat ihr Rating herabgesetzt, Moody's hatte Ende November den Ausblick auf "negativ" gesenkt.

mmq/dpa/Reuters