Ifo-Index: Unternehmen verlieren Zuversicht - DER SPIEGEL
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Ifo-Index Unternehmen verlieren Zuversicht

Das Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft ist im August deutlich gesunken. Ein Grund dürfte das Brexit-Referendum sein. "Die deutsche Konjunktur fällt in ein Sommerloch", sagt Ifo-Chef Fuest.
MAN-Turbinenwerk in Hamburg
MAN-Turbinenwerk in Hamburg

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Foto: Christian Charisius/ picture alliance / dpa
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Der Brexit sorgt offenbar für eine spürbar schlechtere Stimmung bei deutschen Managern. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im August deutlich um 2,1 auf 106,2 Punkte, teilte das Münchner Ifo-Institut mit. Das ist der niedrigste Wert des wichtigsten deutschen Konjunkturindikators seit einem halben Jahr.

"Die deutsche Konjunktur fällt in ein Sommerloch", sagte der Präsident des Ifo-Institus, Clemens Fuest. Die Experten führen das unerwartete Minus auf den Anti-EU-Entscheid der Briten von Ende Juni zurück. "Der Brexit hat sich jetzt etwas stärker ausgewirkt", sagte Ifo-Ökonom Klaus Wohlrabe.

Der Putschversuch in der Türkei hat sich Wohlrabe zufolge dagegen kaum ausgewirkt. Ebenso hätten die Anschläge in Deutschland die Konsumstimmung nicht belastet. Bei den Akteuren an der Börse sorgte der Rückgang des Stimmungsbarometers für Verunsicherung. Der deutsche Aktienindex Dax   verlor an Wert und lag zuletzt 1,2 Prozent im Minus.

Sowohl die aktuelle Lage als auch die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate wurden von den Unternehmenschefs im August als schlechter eingeschätzt. Die Stimmung trübte sich im Groß- und Einzelhandel sowie in der Industrie ein. "Vor allem der Auftragseingang war rückläufig", sagte Fuest. "Das Geschäftsklima gab in nahezu allen Branchen nach, am deutlichsten in der Chemie- und Elektroindustrie." Bei den Dienstleistern hellte sich das Klima hingegen auf, in der Baubranche blieb es auf Rekordniveau.

Bereits im Juli war der Ifo-Index nach dem Brexit-Votum gefallen. Die Briten hatten Ende Juni entschieden, dass ihr Land die Europäische Union verlassen soll. Experten fürchten, dass Großbritannien dadurch in eine Rezession rutschen könnte. Auch die deutschen Exporteure müssen dann mit Geschäftseinbußen rechnen, ist das Land doch einer ihrer wichtigsten Kunden.

Das Ifo-Institut befragt jeden Monat rund 7000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Groß- und des Einzelhandels. Die Firmen sollen dabei ihre gegenwärtige Geschäftslage beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate beschreiben.

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fdi/Reuters