Ikea sucht ersten Standort für Hotelkette - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Neuer Geschäftszweig Ikea sucht ersten Standort für Hotelkette

Die Möbelkette Ikea macht Tempo beim Aufbau einer eigenen Hotelkette: In einigen Wochen soll der Standort des ersten Hotels feststehen, in wenigen Jahren soll es 100 Herbergen geben. Auch Studentenwohnheime sind geplant.
Bald auch mit Übernachtung: Ikea drängt ins Hotelgeschäft
Bald auch mit Übernachtung: Ikea drängt ins Hotelgeschäft

Bald auch mit Übernachtung: Ikea drängt ins Hotelgeschäft

Foto: David Ebener/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt - Die Einrichtung dürfte das geringste Problem werden: Der schwedische Möbelkonzern Ikea will in kurzer Zeit eine eigene Hotelkette etablieren. "Wir werden in wenigen Wochen den ersten Standort für unser Budget-Hotel in Deutschland verkünden und stehen mit Hotelbetreibern in Verhandlungen, um unser Konzept zügig umzusetzen", sagte Harald Müller der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ"). Der Manager betreut das Projekt bei Inter-Ikea, einer Schwestergesellschaft des Möbelhauses, zu deren Geschäftsfeldern die Immobilienentwicklung gehört.

Das erste Hotel soll dem Bericht zufolge bereits 2013 eröffnen. In den kommenden Jahren sei dann der Aufbau eines eigenständigen Hotelbetreibers für den europäischen Markt mit mindestens 100 Häuser geplant. Andere Investoren sollen an dem Projekt nicht beteiligt werden. Müller zufolge wird die Kette "mit einem neuen Namen ohne Bezug zu Ikea" starten.

Sogenannte Budget-Design-Hotels sind laut "FAZ" das mit Abstand wachstumsträchtigste Segment im europäischen Hotelsektor. Deutscher Vorreiter der preiswerten und einheitlich gestalteten Unterkünfte in Innenstadtlagen ist die deutsche Kette Motel One.

Für die Hotels sucht Ikea laut einem Bericht der "Immobilien Zeitung" unbebaute Grundstücke oder solche mit Abrissgebäuden. Zudem wollen die Schweden dem Fachblatt zufolge auch komplett neue Stadtteile entwickeln. So sollten in London in der Nähe des Olympiaparks auf einem brachliegenden Industrieareal mehr als 1000 Wohnungen, Büros, ein Hotel und Geschäfte entstehen. In Deutschland seien in großen Städten zum Beispiel freiwerdende Flächen in Bahnhofsnähe geeignet, zitiert die Zeitung Müller.

Und noch einen neuen Markt haben die Schweden ausgemacht: Studentenwohnheime. Für Studierenden habe man "ein intelligentes Einrichtungssystem" entwickelt, um die Zimmer für unterschiedliche Funktionen zu nutzen, sagte Müller der "Immobilien Zeitung" . Er hoffe, demnächst eine Vereinbarung über einen ersten deutschen Standort zu erzielen. Grundsätzlich seien alle Universitätsstädte interessant.

dab/dpa-AFX