Bestechungsvorwürfe Indische Polizei ermittelt gegen Rheinmetall
Rheinmetall in Düsseldorf: RAD bestreitet die Korruptionsvorwürfe
Foto: Caroline Seidel/ picture alliance / dpaDüsseldorf - Die indische Bundespolizei (Central Bureau of Investigation) ermittelt gegen die Schweizer Rheinmetall-Tochter Rheinmetall Air Defense (RAD) sowie gegen zwei ihrer Top-Manager wegen des Verdachts der versuchten Bestechung. Hintergrund sind angebliche Schmiergeldzahlungen in Höhe von mehr als einer halben Million Dollar an den bekannten indischen Waffenhändler Abhishek Verma - Spitzname: "Lord of War".
Nach Ansicht der indischen Behörden sollte dieser seine politischen Kontakte nutzen, um RAD von der Schwarzen Liste des indischen Verteidigungsministeriums zu tilgen. Rheinmetall Air Defence war im März 2012 für zehn Jahre von Rüstungsaufträgen auf dem lukrativen indischen Markt ausgeschlossen worden. Der Hintergrund: Das Unternehmen soll angeblich einen früheren Generaldirektor der zentralen Rüstungsbeschaffung geschmiert haben. Dabei geht es um einen 2,5 Milliarden Dollar schweren Auftrag zur Lieferung von Luftabwehrsystemen.
RAD bestreitet die Korruptionsvorwürfe bis heute und klagt daher in Dehli auch gegen das sogenannte "Blacklisting". Nach Erkenntnis der indischen Ermittler flossen die angeblichen Rheinmetall-Schmiergelder im aktuellen Fall im Januar 2011 auf das Konto einer US-Firma des Waffenhändlers Verma. Die Zahlungen flogen auf, nachdem ein amerikanischer Geschäftspartner des Rüstungslobbyisten ihn im Streit an die Behörden verpfiffen hatte. Verma und seine russische Frau wurden daraufhin im Juli 2012 verhaftet.
RAD wehrt sich gegen die von den Ermittlern erhobenen Vorwürfe. Man habe sich stets gesetzeskonform verhalten und "nie versucht ein angedrohtes Blacklisting in Indien mit illegalen Mitteln zu verhindern". Das Unternehmen will nun versuchen "die Sachverhalte aufzuklären und falsche Anschuldigungen so rasch als möglich auszuräumen".