Rocket Internet: Unternehmen plant Investitionen in der Reisebranche - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Neue Start-ups Rocket Internet will in Online-Reisebranche investieren

Das Berliner Unternehmen Rocket Internet will sein Beteiligungsgeschäft im kommenden Jahr ausbauen: Zehn Start-ups sollen es 2015 mindestens werden. Vor allem die Reisebranche hat es den Gründern angetan.
Investition in Schwellenländer: Rocket Internet will neue Start-ups finanzieren
Investition in Schwellenländer: Rocket Internet will neue Start-ups finanzieren

Investition in Schwellenländer: Rocket Internet will neue Start-ups finanzieren

Foto: DADO RUVIC/ REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Die Berliner Internet-Holding Rocket Internet will auch im kommenden Jahr am aggressiven Investitionskurs festhalten: Mindestens zehn neue Start-ups sollen aufgepäppelt werden. Das Unternehmen sei gut positioniert, "um vom Wachstum des Internethandels in den Schwellenländern zu profitieren", sagte Gründer und Konzernchef Oliver Samwer.

Bei den neuen Start-ups hat der Konzern den Blick vor allem auf die Online-Reisebranche gerichtet und will vorwiegend in Schwellenländern wie Indien und Indonesien investieren. Dort sieht das Unternehmen wegen der wachsenden Mittelschicht großes Potenzial.

Weiter auf Expansionskurs

Zudem sei Rocket auf gutem Weg, auch die für 2014 angepeilten zehn Unternehmensgründungen zu erreichen. "Wobei sieben neue Geschäftsmodelle bereits gestartet wurden und sich drei weitere in Vorbereitung befinden", sagte Samwer. Das gesamte Netzwerk habe derzeit rund 25.000 Beschäftigte und damit etwa 4500 mehr als Ende Juni 2014.

Die Holding legte am Montag keine eigenen Zahlen vor, sondern nur für ein Dutzend größerer Start-ups unter ihren Beteiligungen wie die Modehändler Dafiti und Lamoda sowie die Möbelhändler Home24 und Westwing. Sie hätten im ersten Halbjahr ihr Bruttowarenvolumen etwas mehr als verdoppelt. Darunter versteht man die Summe, die Internethändler durch Verkäufe über ihre Website einspielen.

Aktie wieder über Ausgabekurs

Rocket Internet war im Oktober an die Börse gegangen und hatte 1,4 Milliarden Euro bei Investoren eingesammelt. Für viele ihrer Start-up-Firmen, die auch in Ländern wie Indien, Brasilien oder Russland sitzen, hat die Holding noch keine Bilanzen vorliegen. Ein Grund weshalb die Internet-Aktie zunächst nur im schwach regulierten Entry Standard notiert.

Die Aktie war nach dem Börsengang zunächst auf Talfahrt und gab binnen weniger Tage um 22 Prozent nach. Doch der Kurs fing sich und notiert mittlerweile deutlich über dem Ausgabepreis von 42,50 Euro.

Rocket Internet gründet in Schwellenländern wie Indien und Brasilien Online-Dienstleister wie am Fließband - vom Möbelhändler bis zum Taxi-Dienst. Die Holding bedient sich dabei Geschäftsmodellen, die andere Start-up-Unternehmer etwa in den USA schon mit Erfolg erprobt haben.

Die Rocket-Firmen, die im Schnitt erst zwei Jahre alt sind, schreiben in der Regel aber noch hohe Verluste. Samwer will deshalb künftig die neu gegründeten Firmen bei Erfolg auf Dauer behalten und nicht mehr wie bisher rasch Anteile an andere finanzkräftigere Investoren abgeben.

Zudem will Rocket massiv auf Werbung bei Facebook   setzen. Mit dem Online-Netzwerk sei eine Kooperationsvereinbarung geschlossen worden. Das solle sicherstellen, dass Rocket-Beteiligungen "Weltmarktführer bei Werbung auf Facebook" sind. Das Online-Netzwerk werde ihnen dafür Zugang zu Tests neuer Werbe-Funktionen gewähren und die Mitarbeiter regelmäßig schulen.

loe/Reuters/dpa

Mehr lesen über

Verwandte Artikel