IWF sieht wachsende Risiken für Finanzmärkte - DER SPIEGEL
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Stabilitätsbericht IWF sieht wachsende Risiken für Finanzmärkte

Obwohl sich die Börse beruhigt hat, warnt der IWF vor steigenden wirtschaftlichen Risiken in den Industrieländern. Ein Sektor sorgt den Währungsfonds besonders.
Das Bankenviertel in Frankfurt
Das Bankenviertel in Frankfurt

Das Bankenviertel in Frankfurt

Foto: ? Kai Pfaffenbach / Reuters/ REUTERS
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Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor gestiegenen Gefahren für die Stabilität der weltweiten Finanzmärkte. Im zurückliegenden halben Jahr hätten sich die Risiken wegen wirtschaftlicher Unsicherheiten, fallender Rohstoffpreise und Sorgen um China erhöht, heißt es im jüngsten Finanzstabilitätsbericht. In den Industrieländern haben die Risiken demnach zugenommen, während sie in den Schwellenländern unverändert hoch geblieben sind.

In den Industrieländern sieht der IWF insbesondere den Bankensektor mit Sorge. Die Geschäftsmodelle vieler Institute stünden vor "erheblichen Herausforderungen". Die Experten sprachen im Besonderen die Lage in der Eurozone an. Hier müssten die Banken dringend das Problem angehäufter fauler Kredite anpacken. Die Staaten der Eurozone sollten zudem die Bankenunion und die gemeinsame Einlagensicherung vorantreiben.

Die Schwellenländer müssten sich dagegen stärker gegen Risiken von außen absichern, schreiben die Ökonomen. Die Verschuldung sei in den vergangenen Jahren gestiegen, deshalb träfen die niedrigen Rohstoffpreise diese Länder besonders: Das Wachstum schwächt sich ab, die Kreditbedingungen sind erschwert und die Kapitalflüsse schwanken. Viele Unternehmen befinden sich laut den Experten in Schwierigkeiten und haben mit erschwerten Finanzierungsbedingungen zu kämpfen. Da viele Firmen in Staatsbesitz seien, drohe dies auch die öffentlichen Haushalte zu belasten.

IWF sieht in Turbulenzen Warnsignal

Nach massiven Turbulenzen an den Finanzmärkten zum Jahresbeginn habe sich die Lage seit Februar zwar beruhigt. Die entscheidende Frage sei aber, ob die Turbulenzen inzwischen überwunden seien oder ob sie eher als "Warnsignal" zu verstehen seien, sagte IWF-Finanzmarktexperte Jose Vinals. "Ich denke, dass Letzteres der Fall ist. Es muss mehr getan werden, um weltweit für Stabilität zu sorgen." Der IWF fordert einen Mix aus Strukturreformen, staatlichen Konjunkturprogrammen und weiteren Finanzmarktreformen. Die Geldpolitik allein könne die Probleme nicht lösen.

brt/dpa-AFX