Kabel-Deutschland-Übernahme Vodafone erhöht Druck auf Aktionäre
Konzernzentrale von Kabel Deutschland: 87 Euro je Aktie
Foto: dapdLondon - Mehr Geld wird es für die Kabel-Deutschland-Aktionäre nicht geben: Der britische Telekom-Konzern Vodafone erhöht im Kampf um die Übernahme von Kabel Deutschland den Druck auf die Aktionäre des größten deutschen Kabelnetzbetreibers. Kurz vor Ablauf der Frist für die Annahme des Übernahmeangebots schlossen die Briten am Montag eine Veränderung der Kaufofferte und der damit verbundenen Bedingungen aus. Sie fordern, dass ihnen bis zu diesem Mittwoch mindestens drei Viertel der Kabel-Deutschland-Anteile angedient werden. Andernfalls werde die Übernahme abgeblasen.
In der "Financial Times" hatten Kabel-Deutschland-Anteilseigner die Befürchtung geäußert, dass die Annahmeschwelle nicht erreicht werden könnte. "Einige der Kabel-Anteilseigner glauben, dass die Andienungsquote unterhalb dieser Hürde liegen wird", zitiert die Zeitung ungenannte Aktionäre. Sie forderten Vodafone auf, die Bedingungen zu verbessern. Ein Anleger verwies im Blatt darauf, dass bei den acht Großübernahmen in Deutschland seit 2007 im Schnitt die Annahmequote nur bei 68,5 Prozent gelegen habe. Das Vodafone-Angebot läuft am Mittwoch um 24.00 Uhr aus.
Bisher hat der britische Konzern nur wenige Kabel-Aktionäre überzeugen können. Vodafone bietet 84,50 Euro in bar für jeden Kabel-Deutschland-Anteilsschein. Dazu kommen 2,50 Euro Dividende, die Kabel Deutschland für das Geschäftsjahr 2012/13 versprochen, aber noch nicht ausgezahlt hat. Die Offerte ist damit 7,7 Milliarden Euro schwer - einschließlich Schulden ist Vodafone das Unternehmen 10,7 Milliarden Euro wert. Die Briten wollen durch den Kabel-Deal in Deutschland ein Schwergewicht mit superschnellen Datennetzen im Mobilfunk und Festnetz schaffen und Marktführer Telekom in die Zange nehmen.
Die Führungsspitze von Kabel Deutschland empfiehlt den Aktionären, das Gebot anzunehmen. Offen ist noch die Zustimmung der EU-Wettbewerbskommission. Das Bundeskartellamt hatte keine Einwände gegen die im Juni angekündigte Übernahme angemeldet.