Karstadt: Berggruen räumt Fehler ein - DER SPIEGEL
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Karstadt-Verkauf Berggruen räumt Fehler ein - aber nicht den größten

Die Ära Berggruen bei Karstadt neigt sich dem Ende zu. Bevor er die angeschlagene Kaufhauskette abgibt, räumt der deutsch-amerikanische Unternehmer in einem Interview Fehler ein. Sein größtes Versäumnis aber nicht.
Karstadt-Verkauf: Berggruen räumt Fehler ein - aber nicht den größten
Karstadt-Verkauf: Berggruen räumt Fehler ein - aber nicht den größten

Karstadt-Verkauf: Berggruen räumt Fehler ein - aber nicht den größten

Foto: Johannes Eisele / AFP
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Berlin/Düsseldorf - Nicolas Berggruen, der scheidende Eigentümer von Karstadt, hat Fehler beim Management der angeschlagenen Warenhauskette eingestanden. "Wir haben 2010 die Notwendigkeit der Sanierungsschritte unterschätzt", sagte er der "Bild"-Zeitung. Dies habe jedoch auch daran gelegen, dass es zur Lage des damals insolventen Unternehmens kein vollständiges Bild gegeben habe. "Wir haben dann festgestellt, dass Karstadt in einem noch viel schlechteren Zustand war, als wir geglaubt hatten."

Die Ideen des zwischenzeitlichen Chefs Andrew Jennings, der Karstadt auf junge Mode ausrichten wollte, seien nicht aufgegangen, deutete Berggruen an. "Manche sagen, er habe zu wenig die deutsche Kultur und Einkaufsgewohnheiten berücksichtigt. Diesen Fehler kreiden wir uns an."

Berggruen gibt Karstadt komplett an den österreichischen Immobilieninvestor René Benko ab, der schon jetzt die Mehrheit an den Premium- und Sporthäusern hält. SPIEGEL ONLINE hatte über die Entscheidung bereits am Donnerstagabend berichtet.

Der Deutschamerikaner Berggruen - einst als Karstadt-Retter gefeiert - hatte versucht, das Unternehmen mit Sparprogrammen und Stellenabbau zu sanieren. Eigenes Geld investierte er nicht. Stattdessen zog Berggruen über Markenrechte jedes Jahr zusätzlich Millionen aus dem Unternehmen ab - und verschärfte so dessen finanzielle Notlage.

Berggruen wies den Vorwurf zurück, versprochene Investitionen zu wenig in die Tat umgesetzt zu haben: "Es wurde über die Jahre massiv investiert, und trotzdem hat es Karstadt bislang nicht geschafft, in die schwarzen Zahlen zurückzukehren", sagte er.

Karstadt habe bei seinem Einstieg 65 Millionen Euro als Kredit für ein Jahr bekommen, sagte er. Seit 2010 habe das Unternehmen rund 400 Millionen Euro investiert. "Geld war also genug da."

Was Berggruen nicht erwähnt: Der 65-Millionen-Euro-Kredit war seinerzeit Bedingung dafür, dass er das Unternehmen übernehmen durfte. Kurz nach der Übernahme zahlte Karstadt den Kredit wieder zurück, da Berggruen sehr hohe Zinsen verlangte. Die übrigen Investitionen stammten größtenteils aus Verkäufen der Premium- und Sporthäuser.

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Foto: Jens Büttner/ dpa
ssu/AFP/dpa