Nach Übernahme Karstadt verhandelt über Gehälter
Karstadt-Filiale in Kaiserslautern (Archiv): Tarifpause beenden
Foto: dapdEssen - Erstmals seit der Karstadt-Übernahme durch den österreichischen Investor René Benko wollen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertreter über die künftige Bezahlung der Beschäftigten verhandeln. Die Tarifgespräche seien für kommenden Freitag in Göttingen geplant, sagte Arno Peukes, Vertreter der Gewerkschaft Ver.di im Karstadt-Aufsichtsrat, der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" ("WAZ").
Der Spielraum scheint begrenzt: Auf einer Krisensitzung hatte der Aufsichtsrat am Donnerstag über eine harte Sanierung beraten, die eine Senkung von Personal- und Sachkosten vorsieht und Standortschließungen einkalkuliert.
Die angeschlagene Warenhauskette hatte unter dem früheren Eigentümer Nicolas Berggruen eine "Tarifpause" verkündet. Die bundesweit rund 17.000 Karstadt-Beschäftigten sollten auf Lohnsteigerungen aus der Tarifrunde für die Einzelhandelsbranche verzichten.
Die Pause soll aus Sicht von Ver.di nun beendet werden. "Unser Ziel ist, dass Karstadt schnell wieder in den Tarifvertrag zurückkehrt und eine Standort- und Beschäftigungssicherung zusagt", sagte Peukes der "WAZ".
Benko hatte die Kaufhauskette im August für einen symbolischen Euro von Berggruen übernommen. Seit Wochen wird über Stellenabbau und Filialschließungen spekuliert.