Donald Trump und Klima-Abkommen: US-Konzerne warnen vor Kehrtwende - DER SPIEGEL
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Pariser Abkommen US-Bosse warnen Trump vor Klima-Kehrtwende

Nicht nur das Ausland protestiert gegen den drohenden Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. In Zeitungsanzeigen plädieren zahlreiche US-Konzerne für einen Verbleib. Die Allianz reicht vom Jeanshersteller bis zur Großbank.
Trump im Dezember 2016 mit US-Unternehmenschefs
Trump im Dezember 2016 mit US-Unternehmenschefs

Trump im Dezember 2016 mit US-Unternehmenschefs

Foto: Albin Lohr-Jones / dpa
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Steigen die USA aus dem Klimaschutzabkommen aus, das erst vor anderthalb Jahren in Paris ausgehandelt wurde? Dieses Szenario alarmiert neben Klimaschützern und ausländischen Regierungen auch US-Unternehmen. Großkonzerne wie Apple   und Microsoft   riefen US-Präsident Donald Trump in großformatigen Zeitungsanzeigen zum Verbleib der USA in dem Vertragswerk auf. Trump will am Donnerstagabend europäischer Zeit seine mit Spannung erwartete Entscheidung verkünden, ob die USA aus dem Pariser Abkommen aussteigen oder nicht.

In den ganzseitigen Annoncen, die am Donnerstag in der "New York Times" und dem "Wall Street Journal" erschienen, mahnen die Unternehmen Trump "dringend", den Klimapakt nicht aufzukündigen. Der Klimawandel schaffe Geschäftsrisiken, von der Teilnahme am Pariser Abkommen profitiere die US-Wirtschaft in vieler Hinsicht.

Zu den Unterzeichnern des Appells zählen Konzerne verschiedener Branchen, darunter etwa das soziale Netzwerk Facebook  , der Jeanshersteller Levi Strauss, die Großbank Morgan Stanley  , die Nahrungsmittelkonzerne Mars und Unilever  , der Chiphersteller Intel und die Juwelierkette Tiffany. Zuvor hatten bereits die Chefs von mehr als 600 Unternehmen Trump in einem offenen Brief aufgerufen, nicht am Klimapakt zu rütteln.

Viele große US-Konzerne haben sich längst dem Klimaschutz verschrieben. "Es gibt den Klimawandel, und das ist wissenschaftlich anerkannt", sagte jüngst Jeffrey Immelt, Chef des Mischkonzerns General Electric  . Sein Unternehmen hat sich schon 2015 verpflichtet, den Ausstoß von Kohlendioxid bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu senken.

Coca-Cola   will seine CO2-Emissionen in den kommenden Jahren sogar um 25 Prozent reduzieren. Apple rühmt sich, in den USA nur noch erneuerbare Energien zu verwenden. Der US-Agrarkonzern Monsanto   teilt mit, er fühle sich "verpflichtet", den Landwirten dabei zu helfen, sich dem Klimawandel anzupassen und seine Folgen zu "entschärfen".

Selbst die Ölmultis denken um

Sogar die großen US-Ölkonzerne sind offiziell längst umgeschwenkt. Chevron   unterstütze das Pariser Klimaschutzabkommen, weil es der erste Schritt zu einem weltumspannenden Regelwerk ist, sagte eine Sprecherin. ExxonMobil forderte die Trump-Regierung sogar auf, nicht aus dem Abkommen auszusteigen, "um besser auf die Klimarisiken reagieren zu können". Die Aktionäre des Konzerns verlangten von der Geschäftsführung am Mittwoch, die Geschäftsplanungen stärker an Klimaschutzzielen ausrichten.

Die Technologiekonzerne Google  , Intel   und Microsoft gehörten Ende April zu den 13 umsatzstarken Unternehmen, die Trump öffentlich zum Verbleib im Pariser Abkommen aufforderten. Die Vereinbarung bringe Wettbewerbsvorteile, trage zum Wirtschaftswachstum bei und schaffe Arbeitsplätze, argumentierten sie. Zu den Unterzeichnern gehörten auch der Chemiekonzern DuPont und der Einzelhandelsgigant Walmart.

Besonders deutlich wandte sich Elon Musk gegen Trumps mögliche Kehrtwende. Der Tesla-Gründer und Tech-Milliardär kündigte auf Twitter an, bei einem Ausstieg aus dem Pariser Abkommen werde er seine Beraterfunktion für Trump aufgeben. Musk ist bislang mit einer Reihe anderer US-Konzernchefs in verschiedenen Gremien vertreten, die Trump in Wirtschaftsfragen beraten sollen.

dab/dpa/AFP/Reuters