Konjunkturboom: Deutsche Exporte brechen alle Rekorde - DER SPIEGEL
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Konjunkturboom Deutsche Exporte brechen alle Rekorde

Europas Konjunktur zieht an - und vor allem die Bundesrepublik profitiert: Im März haben deutsche Firmen so viel exportiert wie noch nie. Insgesamt setzten sie Waren im Wert von fast 100 Milliarden Euro ab.
Hamburger Hafen: Waren im Wert von 98,3 Milliarden Euro
Hamburger Hafen: Waren im Wert von 98,3 Milliarden Euro

Hamburger Hafen: Waren im Wert von 98,3 Milliarden Euro

Foto: DPA
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Berlin - Deutschlands Firmen exportieren sich derzeit in einen regelrechten Rausch: Im März haben sie so viel ins Ausland verkauft wie noch nie seit Bestehen der Bundesrepublik.

Die Unternehmen setzten Waren im Wert von 98,3 Milliarden Euro im Ausland ab und damit 15,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Damit wurde der im April 2008 erreichte Rekord von 88,8 Milliarden Euro deutlich übertroffen.

Dafür sorgte vor allem die kräftige Nachfrage aus den EU-Ländern: Sie zog um 16 Prozent an. Im Vergleich zum Vormonat legten die Exporte um 7,3 Prozent zu.

Auch die Importe nahmen kräftig zu. Sie stiegen um 16,9 Prozent auf 79,4 Milliarden Euro - über der bisherigen Rekordmarke von 74,1 Milliarden Euro. Der Handelsbilanzüberschuss - die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren - kletterte auf 15,2 Milliarden Euro.

Von Januar bis März stiegen die Exporte um 19,9 Prozent auf 260,9 Milliarden Euro. Der Branchenverband BGA erwartet, dass der Exportumsatz in diesem Jahr erstmals die Marke von einer Billion Euro übertrifft. Die hohe EU-Nachfrage lässt hoffen, dass der Aufschwung nicht so schnell abreißt - denn die Erholung in Europa ist noch jung.

Deutschland könnte Billionen-Euro-Marke knacken

Laut Prognose des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) steht Deutschland vor einem Rekordjahr. "Die Billionen-Marke wird in diesem Jahr erstmals geknackt", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. "Die Exportwirtschaft brummt."

Der Außenhandel bleibt nach Einschätzung der Commerzbank eine tragende Säule des deutschen Aufschwungs. Der Welthandel habe sich im ersten Quartal wieder belebt. Davon hätten die deutschen Firmen profitiert. "Die Exporte haben merklich zum Wachstum der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal beigetragen."

Trotz guter Aussichten warnt der DIHK vor Risiken - etwa der Konjunkturentwicklung in der weltgrößten Volkswirtschaft USA. "Dort ist der Aufschwung noch wacklig", sagte Treier. "Gute und schlechte Nachrichten lösen sich fast täglich ab."

Auch die steigende Inflation berge Risiken für die Weltwirtschaft. Viele Notenbanken hätten deshalb bereits ihre Zinsen angehoben, was Kredite für Konsum und Investitionen verteure. Das könne die Nachfrage nach Produkten "made in Germany" treffen. Auch sei die Schuldenkrise in Europa längst nicht ausgestanden.

ssu/dpa-AFX/Reuters

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