Konkursgerüchte Saab gesteht Geldprobleme ein
Saab-Werk in Schweden: Gesamtverlust von 218 Millionen Euro
Foto: Bob Strong/ REUTERSStockholm - Die Saab-Führung hat es zugegeben: Das schwedische Unternehmen leidet unter finanziellen Problemen. Allerdings bestritt Saab-Eigner Victor Muller, dass das Unternehmen in Konkurs gehen könnte. "Saab ist keinesfalls am Rande des Zusammenbruchs. Eine kleine Panne ändert nichts an der Tatsache, dass Autos gebaut werden. Wir hatte eine leichte morgendliche Erkältung."
Ein Produktionsstopp in der vergangenen Woche hatte Gerüchte über eine mögliche Zahlungsunfähigkeit befeuert. Für den Ausfall war dem Unternehmen zufolge ein unzufriedener Zulieferer verantwortlich, der seine Komponenten nicht geliefert habe. Im Wirtschaftsblatt "Resumé" bestätigte Saabs bisherige Werbeagentur Low Brindfors zudem, dass sie die Zusammenarbeit nach 19 Jahren wegen ausgebliebener Zahlungen eingestellt habe.
Das Logistik-Unternehmen DB Schenker teilte mit, es beliefere nur noch gegen Vorkasse und behalte teilweise Lieferungen ein - als Sicherheit für bisher unbezahlte Rechnungen. Außerdem bestätigten zwei Saab-Partner in schwedischen Medien, dass bei ihnen seit Monaten keine Zahlungen eingegangen sind.
Der Autohersteller wollte im vergangenen Jahr 80.000 Autos verkaufen - er kam jedoch nur auf 32.000. So fuhr das Unternehmen einen Gesamtverlust von 218 Millionen Euro ein. Als entscheidend für die Überlebensfähigkeit gilt, ob die schwedische Regierung dem russischen Finanzier Wladimir Antonow erlaubt, für über 50 Millionen Euro Saab-Anteile zu kaufen. Ein Einstieg Antonows war beim Verkauf vom ehemaligen Saab-Eigner General Motors an Muller jedoch vertraglich ausgeschlossen worden - weil Antonow vom US-Geheimdienst CIA Mafiakreisen zugerechnet wird.