Korruptionsaffäre: Deutsche Bahn feuert Manager - DER SPIEGEL
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Korruptionsaffäre Deutsche Bahn feuert Manager

Die Bahn räumt im Schmiergeldskandal auf: Das Unternehmen hat mehrere leitende Angestellte entlassen, die Entscheidungsträger im Ausland mit Millionen bestochen haben sollen. Weitere Kündigungen können folgen.
Bahn-Chef Rüdiger Grube: Zieht Konsequenzen aus dem Millionenskandal
Bahn-Chef Rüdiger Grube: Zieht Konsequenzen aus dem Millionenskandal

Bahn-Chef Rüdiger Grube: Zieht Konsequenzen aus dem Millionenskandal

Foto: ddp
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Berlin - Erst vor wenigen Monaten sind die Unregelmäßigkeiten bei der Deutschen-Bahn-Tochter DB International bekannt geworden, jetzt zieht der Konzern personelle Konsequenzen: "Wir haben uns von mehreren leitenden Mitarbeitern im mittleren Management getrennt", sagte ein Sprecher des Konzerns der "Berliner Zeitung". Die Mitarbeiter stünden im Verdacht, Schmiergelder an Entscheidungsträger im Ausland gezahlt zu haben, um an Aufträge zu kommen. Es geht um Fälle in Algerien, Ruanda und Griechenland.

"Der Verdacht der unrechtmäßigen Zahlungen hat sich nun erhärtet, so dass wir erste harte Konsequenzen gezogen haben", sagte der Sprecher. Neben den Kündigungen seien auch Verträge mit mehreren Beratern und freien Mitarbeitern beendet worden. Das Volumen der vermutlich fragwürdigen Zahlungen liege "im mittleren einstelligen Millionenbereich".

Die Fälle, in denen möglicherweise Schmiergelder geflossen sind, reichen bis in das Jahr 2005 zurück. Bereits im Vorjahr hatte die Bahn der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main Hinweise auf Unregelmäßigkeiten zur Kenntnis gegeben, auf die sie bei internen Recherchen gestoßen war. Zugleich hat sie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit einer Sonderuntersuchung bei ihrer Tochter DB International beauftragt.

Untersuchungen werden fortgesetzt

Anfang 2009 waren bei der Bahn zudem beispiellose Massenkontrollen von Mitarbeiterdaten bekanntgeworden. Dabei wurden systematisch die Daten eines Großteils der Belegschaft sowie von Familienangehörigen überprüft, um möglichen Fällen von Korruption auf die Spur zu kommen.

Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn war schließlich Ende März vergangenen Jahres über die Datenaffäre gestürzt. Sein Nachfolger Rüdiger Grube zog drastische Konsequenzen aus dem Skandal. Unter anderen mussten mehrere Vorstandsmitglieder und Führungskräfte gehen. Zudem richtete Grube eigens ein Vorstandsressort Compliance, Datenschutz und Recht ein.

Die Untersuchungen im Fall DB International gehen weiter. "Wir sind da noch nicht am Ende", sagte der Bahn-Sprecher der Zeitung. "Im Laufe der Untersuchungen sind weitere personelle Konsequenzen nicht auszuschließen."

yes/dpa/ddp