Weltweite Krisenherde Dax fällt erstmals seit März unter 9000 Punkte
Händler an der Frankfurter Börse: Sorge um weltweite Krisenherde
Foto: AMANDA ANDERSEN/ REUTERSFrankfurt am Main/Wiesbaden - Die Ukraine-Krise spaltet Russland und den Westen, im Irak sind Islamisten auf dem Vormarsch, zwischen Israel und der Hamas ist kein dauerhafter Frieden in Sicht: Die weltweiten Konflikte spiegeln sich zum Wochenausklang auch an der deutschen Börse wider. Erstmals seit knapp fünf Monaten ist der Dax wieder unter die Marke von 9000 Punkten gerutscht. Auch die Kurse an den anderen europäischen Börsen und zuvor in Asien fielen deutlich.
Der deutsche Leitindex lag zu Handelsbeginn bei 8936,81 Punkten. Zuletzt war der Deutsche Aktienindex am 14. März im Sog der Ukraine-Krise im Tagesverlauf unter 9000 Punkte gefallen. Noch im Juni hatte der Dax die 10.000-Punkte-Marke geknackt. Seitdem hat sich aber die Lage in der Ukraine, im Irak und im Nahen Osten deutlich zugespitzt.
Deutsche Exporte und Importe steigen
Zumindest aus Deutschland gibt es aber auch positive Nachrichten, die die Laune der Händler wieder heben könnte. Denn die deutschen Exporteure haben sich von ihrem jüngsten Dämpfer erholt und im Juni ihre Geschäfte gesteigert. Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 93,4 Milliarden Euro ins Ausland. Sie exportierten 0,9 Prozent mehr als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Noch im Mai hatte es einen Rückgang bei den Ausfuhren von 1,1 Prozent gegeben.
Die Exporte in EU-Länder, die nicht Teil der Eurozone sind, stiegen mit 7,1 Prozent am stärksten. Die Ausfuhren in die Eurozone hingegen legten mit 0,3 Prozent kaum zu. Die Exporte außerhalb der EU - etwa in den USA, aber auch in große Schwellenländer wie China und Russland - sanken um 0,9 Prozent.
Die Zahlen zu den Importen deuten an, dass die deutschen Konsumenten und Unternehmen mehr ausgeben. Die Einfuhren lagen im Juni um 4,5 Prozent höher als im Monat zuvor. Das ist der stärkste Importzuwachs seit November 2010, also seit gut dreieinhalb Jahren. Importiert wurden Waren im Gesamtwert von 77 Milliarden Euro