Bausparen LBS Bayern kündigt 26.000 Altverträge
Euromünzen: Druck der Minizinsen
Foto: Angelika Warmuth/ dpaMünchen - Die LBS Bayern hat 26.000 Bausparverträge aus alten Zeiten gekündigt. Für die Verträge hätten die Kunden zum Teil eine Verzinsung von 3,5 Prozent auf ihr Guthaben erhalten, sagte ein Sprecher der LBS in München. Aktuell liegt die Verzinsung für Bausparguthaben nur noch bei 0,25 Prozent.
Die LBS Bayern will die Verträge mit Wirkung zum Mai 2015 kündigen. Die Bausparkasse bietet den Kunden an, ihnen das Guthaben zu überweisen oder in neuen Bausparverträgen zu den aktuell gültigen Konditionen anzulegen.
Rechtliche Grauzone
Auch andere Bausparkassen hatten im vergangenen Jahr unter dem Druck der Minizinsen ihre Altverträge aufgelöst. Dabei ist nicht sicher, ob das Kündigen von Altverträgen rechtens ist. Zumindest sehen Verbraucherschützer die Praxis kritisch. "Rechtlich ist das ein schwieriges Thema, weil es bislang kein Urteil des Bundesgerichtshofs dazu gibt", sagte eine Sprecherin der Verbraucherzentrale Bayern dem "Münchner Merkur".
Nach Angaben der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bewegen sich die Bausparkassen mit ihrem Vorgehen in einer rechtlichen Grauzone. Wer eine Rechtsschutzversicherung habe oder die Kosten eines Verfahrens selbst tragen könne, sollte sich Rat bei einem Anwalt holen.
Ihrerseits geht die LBS Bayern davon aus, dass sie rechtlich auf der sicheren Seite ist und die Bausparkasse ein Kündigungsrecht nicht nur bei übersparten Verträgen hat - sondern auch bei solchen, die seit zehn Jahren zuteilungsreif sind und bei denen kein Bauspardarlehen in Anspruch genommen wurde.