Luftfahrtmesse in Farnborough Boeing verbucht Riesen-Auftrag über 150 Jets
Ein A380 beim Start: Auf der Luftfahrtmesse wurde keiner der Jets verkauft.
Foto: Don Arnold/ Getty ImagesFarnborough - Für Boeing ist es eine historische Bestellung. Der US-Konzern hat auf der Flugzeugmesse im britischen Farnborough einen Auftrag über 150 Mittelstreckenflugzeuge des Typs 737 erhalten. Der Listenpreis beträgt 14,7 Milliarden Euro. Hierbei geht es um 100 Flugzeuge des neuesten Typs B737 Max9 und 50 des bisherigen Standardmodells für längere Strecken. United ist der Erstkunde der B737 Max9. Insgesamt verbuchte Boeing auf der englischen Messe 396 Flugzeugbestellungen im Wert von 37 Milliarden Dollar.
Der Konkurrent Airbus verbuchte lediglich 115 Orders im Wert von 16,9 Milliarden Dollar. Und verkaufte nach vielen negativen Schlagzeilen keinen einzigen seiner A380. Das Unternehmen will dem neuen Airbus-Chef Fabrice Brégier zufolge in diesem Jahr dennoch 30 Maschinen des Typs verkaufen. "Wir haben eine Staatsschuldenkrise, doch die findet nur in Europa statt", sagte Brégier. "Unsere Kunden sitzen aber in der ganzen Welt." Bei der Luftfahrtschau in Le Bourget bei Paris ein Jahr zuvor hatte Airbus dank seines neuen, spritsparenden Mittelstreckenfliegers A320neo noch Käufer für 730 Flugzeuge im Wert von 72,2 Milliarden Dollar gefunden.
Airbus und Boing verbuchten insgesamt Bestellungen über 54 Milliarden Dollar. Beide Hersteller werden allerdings niemals das komplette Geld überwiesen bekommen - in der Branche sind satte Rabatte von teils 50 Prozent und mehr üblich, besonders bei Großaufträgen.
Airbus verkauft Mittelstreckenjets
Auf der Messe entfiel ein Großteil der Airbus-Bestellungen mit 86 Flugzeugen auf die Mittelstreckenjets der A320-Familie. Im Gegensatz zum Rivalen Boeing punktete die Tochter des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS, aber auch mit den größeren und teureren Langstreckenfliegern. Die Messe läuft noch bis zum 15. Juli - große Bestellungen werden aber meist in den ersten Tagen abgegeben. An diesem Wochenende ist die Schau für das breite Publikum geöffnet.
Als fester Kunde von Airbus entschied sich die Fluggesellschaft Cathay Pacific nach längerer Zurückhaltung wieder für die Langversion des neuen Hightech-Fliegers A350. Cathay will gleich 26 Exemplare des Modells A350-1000 abnehmen, dessen erste Auslieferung Airbus vor einem Jahr auf 2017 verschoben hatte. Auch das Langstreckenmodell A330 fand Interessenten.
Der Flugzeugfinanzierer CIT und der Konzern Synergy Aerospace aus Kolumbien wollen zusammengerechnet 19 der Maschinen kaufen. Airbus rüstet den Jet in den kommenden Jahren auf: Mit sparsameren Triebwerken und verbesserter Aerodynamik soll er ein höheres Startgewicht vertragen und weiter fliegen können als bisher.