Herbe Verluste Lufthansa beendet ein wahrhaft mieses Quartal
Lufthansa-Maschine in Frankfurt: Vorstand verspricht Besserung
Foto: dapdTeures Kerosin und ein Preiskampf in Europa haben die Lufthansa zum Jahresstart überraschend tief in die roten Zahlen gedrückt. Den vorläufigen Zahlen zufolge musste die Lufthansa im ersten Quartal einen operativen Verlust in Höhe von 336 Millionen Euro hinnehmen, nachdem sie ein Jahr zuvor hier noch 52 Millionen Euro Gewinn erzielt hatte.
Dass es so schlecht lief, lag dem Management zufolge vor allem an einem Anstieg der Treibstoffkosten, der allein mit 202 Millionen Euro zu Buche schlug. Hinzu kam ein Preiskampf unter den Airlines in Europa. Nachdem die Pleite der einst zweitgrößten Fluglinie Air Berlin der Lufthansa Ende 2017 und Anfang 2018 eine Sonderkonjunktur beschert hatte, gingen die Ticketpreise Anfang 2019 wieder spürbar zurück. "Marktweite Überkapazitäten in Europa zu einem hohen Preisdruck geführt", erklärte das Management die Entwicklung. Der Umsatz stieg dennoch um drei Prozent auf 7,9 Milliarden Euro.
Bei den Netzwerk-Airlines des Konzerns - Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines - gingen die Durchschnittserlöse im ersten Quartal währungsbereinigt um 5,2 Prozent zurück. Bei der Billigtochter Eurowings, die vor allem auf den umkämpften Europastrecken unterwegs ist, belief sich der Rückgang sogar auf 8,5 Prozent.
Anleger reagieren mit Verkäufen
An der Börse kamen die Neuigkeiten schlecht an. Nach Handelsstart in Frankfurt sackte der Kurs der Lufthansa-Aktie am Dienstag um gut vier Prozent ab und konnte das Minus dann auf 2,7 Prozent eindämmen. Der operative Quartalsverlust sei noch höher ausgefallen, als selbst die größten Pessimisten unter den Experten erwartet hätten, schrieb Analyst Michael Kuhn von der französischen Bank Societe Generale.
Geht es nach dem Lufthansa-Vorstand, soll sich die Entwicklung jedoch schon im angelaufenen zweiten Quartal wieder umkehren. "Da sich das Wachstum im europäischen Luftverkehr auch insgesamt reduzieren wird, rechnen wir wieder mit einem Anstieg der Stückerlöse", sagte Svensson. "Dazu trägt auch die weiterhin gute Nachfrage auf Langstreckenflügen insbesondere nach Nordamerika und Asien bei."
Für das laufende Jahr rechnet der Manager daher weiterhin damit, dass die Lufthansa eine bereinigte Ebit-Marge von 6,5 bis 8,0 Prozent erreicht. Gemessen an dem bisher geplanten Umsatzplus von rund 5 Prozent entspricht dies nach früheren Angaben einem operativen Gewinn von 2,4 bis 3,0 Milliarden Euro.
Damit würde die Lufthansa trotz mehr Flügen und höherer Erlöse eher weniger verdienen als 2018. Da hatte sie ein bereinigtes Ebit von 2,8 Milliarden Euro erreicht und ihren Rekord von knapp drei Milliarden Euro von 2017 um vier Prozent verfehlt. Seine Wachstumspläne hatte der Konzern bereits im März eingedampft und will sein Flugangebot in diesem Jahr nur um gut drei Prozent ausweiten.