Übernahme von Airline ITA Airways ist seit heute Teil von Lufthansa
Flugzeug der Staatsairline ITA
Foto: Arne Dedert / dpaDie deutsche Fluggesellschaft Lufthansa hat den Deal mit der italienischen Staatsairline ITA abgeschlossen – zwei Jahre nach dem offiziellen Angebot. »ITA Airways ist ab heute Teil der Lufthansa Group«, teilte die deutsche Fluggesellschaft am Freitag mit. »Damit ist die Lufthansa Group mit 41 Prozent an der italienischen Fluglinie ITA Airways beteiligt.« Dieser erste Beteiligungsschritt sei durch eine Kapitalerhöhung in Höhe von 325 Millionen Euro vollzogen worden. Optionen für den Kauf der verbleibenden Anteile könnten bereits ab diesem Jahr ausgeübt werden.
»Wir freuen uns, die beeindruckende Erfolgsgeschichte von ITA Airways gemeinsam fortzusetzen«, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. »Mit unserer Beteiligung stärken wir nun zukünftig den italienischen und europäischen Luftverkehrsmarkt und die Position der Lufthansa Group als Nummer eins in Europa.« Die ITA sei künftig die fünfte Netzwerk-Airline des Konzerns und solle zügig integriert werden.
Benvenuta and welcome to the Lufthansa Group family, ITA Airways.
— Lufthansa News (@lufthansaNews) January 17, 2025
We are thrilled to be taking off together to turn the sky more azzurro. We are celebrating becoming even more international, more diverse and having even more choice for our travelers. ✈️
There’s more to come. pic.twitter.com/RajDnM5DVO
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Der Schritt zur Mehrheit sei nicht für das laufende Jahr geplant, hat Konzernchef Carsten Spohr in einem Interview mit der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« gesagt. »Es ist in unserem Interesse, die italienische Regierung in den nächsten Monaten an Bord zu halten. Eine 100-Prozent-Übernahme ist aber das klare Ziel.« Dafür sei ein Festpreis von 829 Millionen Euro vereinbart, inklusive einer potenziellen variablen Komponente.
Neuer Chef der Airline mit einer Flotte von knapp 100 Airbus-Flugzeugen und rund 5000 Beschäftigten wird Jörg Eberhart. Bevor er 2021 Strategiechef der Lufthansa wurde, führte er fast acht Jahre lang die italienische Lufthansa-Regionaltochter Air Dolomiti.
Mit dem Vollzug der Beteiligung können Lufthansa und ITA Airways den Angaben zufolge nun die ersten Kooperationsabkommen für ihre Fluggäste abschließen. Weitere Schritte der Zusammenarbeit wie gemeinsame sogenannte Codeshare-Verbindungen, die gegenseitige Nutzung der jeweiligen Lounges und die geplante Aufnahme der ITA in das Luftfahrt-Bündnis Star Alliance sollen folgen.
Wettbewerbsauflagen der EU
Die Europäische Union hat nach langen Verhandlungen der Übernahme unter strikten Wettbewerbsvorschriften zugestimmt. Die ITA musste umfangreiche Start- und Landerechte in Rom und Mailand an den Direktflieger Easyjet abgeben. Passagiere der Konkurrenten IAG (British Airways, Iberia) und Air France muss die ITA zudem zu Vorzugskonditionen an deren Drehkreuze bringen. Lufthansa war schon vor dem Einstieg in Italien der umsatzstärkste Luftverkehrskonzern Europas.
Die 27 neuen Easyjet-Verbindungen in zahlreiche europäische Städte sollen die Marktmacht des Lufthansa-Konzerns begrenzen. Im italienischen Markt ist der irische Billigflieger Ryanair der größte Anbieter.
Italien – Lufthansas zweitwichtigster Auslandsmarkt
Mit dem größten Zukauf ihrer Geschichte verstärkt sich die Lufthansa in Italien – nach den USA schon heute ihr zweitwichtigster Auslandsmarkt. Die größte Netzwerk-Airline Europas, zu der auch Austrian und Brussels Airlines sowie Swiss gehören, will ihre Marktposition vor allem auf der Langstrecke ausbauen.
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Nach Bedenken von EU-Kommission: Italien und Lufthansa machen Zugeständnisse für ITA-Übernahme1 Min
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Mit ITA und dem internationalen Flughafen Rom Fiumicino als sechstem Drehkreuz der Gruppe können mehr Flüge nach Südamerika oder Afrika und Asien angeboten werden. Wie Lufthansa-Chef Spohr der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« in dieser Woche sagte, erhofft er sich von ITA einen Ergebnisbeitrag in dreistelliger Millionenhöhe, wenn in den nächsten anderthalb Jahren die erhofften Synergieeffekte realisiert sind. Sie würde damit fast so gut verdienen wie die profitable Schweizer Tochter Swiss.