Lufthansa-Streik: Fluggesellschaft will Pilotengewerkschaft verklagen - DER SPIEGEL
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Streit um Konzernumbau Lufthansa klagt gegen Pilotenstreik

Lufthansa-Piloten drohen im Tarifstreit mit Arbeitsniederlegungen bis Weihnachten. Dagegen geht die Fluggesellschaft nun gerichtlich vor: Um den Streik zu stoppen, beantragte das Unternehmen eine einstweilige Verfügung.
Leerer Gepäckschalter der Lufthansa in München: Zahlreiche Langstreckenflüge bestreikt
Leerer Gepäckschalter der Lufthansa in München: Zahlreiche Langstreckenflüge bestreikt

Leerer Gepäckschalter der Lufthansa in München: Zahlreiche Langstreckenflüge bestreikt

Foto: Matthias Balk / dpa
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Die Lufthansa will den Streik der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit juristisch stoppen. Der Konzern habe bei den Arbeitsgerichten Frankfurt und Köln eine einstweilige Verfügung beantragt, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Dienstag. Die Gerichte sollen prüfen, ob die Ziele der Gewerkschaft rechtmäßig sind. Die Verhandlung sollte noch am Dienstagnachmittag stattfinden.

Im Tarifkonflikt mit der Fluggesellschaft hatten die Piloten am Dienstag auf den Langstrecken die Arbeit niedergelegt. Am Mittwoch sollten die Kurz- und Mittelstrecken bestreikt werden. Auch Flüge von Germanwings, die Lufthansa-Flüge ersetzen sollten, sind vom Arbeitskampf betroffen, teilte Cockpit mit. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE sind mehrtägige Streiks in jeder Woche geplant. Nur Arbeitsniederlegungen an den Weihnachstagen schließt die Gewerkschaft derzeit aus.

Neben der einstweiligen Verfügung gegen den laufenden Streik will das Unternehmen die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) auf 60 Millionen Euro Schadenersatz verklagen, wie es am Dienstag in Frankfurt ankündigte.

Die Piloten hätten bei der ersten Runde im April 2014 nicht rechtmäßig gestreikt, weil damals zumindest bei der Tochtergesellschaft Lufthansa Cargo der angegriffene Tarifvertrag noch gültig gewesen sei, erklärte der Konzern. Eine entsprechende Klage werde man beim Arbeitsgericht Frankfurt am Main einlegen.

Offiziell richtet sich der Streik nur gegen geplante Änderungen bei der Übergangsversorgung. Die Piloten wehren sich jedoch auch gegen einen umfassenden Konzernumbau, den Lufthansa-Chef Carsten Spohr vorantreibt. Bei der neuen Konzerntochter Eurowings mit Sitz in Österreich werden Piloten zu Gehältern angestellt, die rund 40 Prozent unter dem bisher bei Lufthansa   üblichen Niveau liegen.

Das Management bekräftigte seine Absicht, zu den aktuellen Bedingungen des Konzerntarifvertrags keinen Piloten mehr einzustellen, weil die Kosten nicht wettbewerbsfähig seien. Den Bestandspiloten sichert die Lufthansa ihre Besitzstände zu. Sie werden auch künftig ihren Arbeitsplatz im Konzern behalten.

Die Gewerkschaft hatte der Lufthansa nach eigenen Angaben zuletzt Zugeständnisse im Gegenwert von rund 500 Millionen Euro gemacht. Spohr habe es jedoch abgelehnt, für die Dauer der Verhandlungen die Verlagerung von Flugzeugen ins Ausland zu unterbrechen. Lufthansa beteuerte hingegen, man habe "weitgehende, weitreichende" Angebote unterbreitet. Als Reaktion auf die Streikankündigung strich das Unternehmen für Freitag jede zweite Langstreckenverbindung.

brk/dpa/Reuters