Lufthansa: Schwarze Kasse bei Sun Express - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Kooperation mit Turkish Airlines Schwarze Kasse bei Billigableger der Lufthansa entdeckt

Mit dem Ableger Sun Express will die Lufthansa Langstreckenflüge mit Billigfliegern anbieten. Doch der gemeinsame Plan mit Turkish Airlines ist in Gefahr. Nach SPIEGEL-Informationen gab es bei der Gemeinschaftsfirma eine schwarze Kasse.
Maschine mit Logo von Sun Express: Langstrecke zum Billigpreis
Maschine mit Logo von Sun Express: Langstrecke zum Billigpreis

Maschine mit Logo von Sun Express: Langstrecke zum Billigpreis

Foto: SunExpress/ picture alliance / dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bei der Lufthansa bahnt sich nach SPIEGEL-Informationen eine Affäre um dubiose Zahlungen eines Konzernablegers an. Im Mittelpunkt steht diesmal die Beteiligungsfirma Sun Express, die der Konzern zusammen mit Turkish Airlines betreibt und die ab Herbst für die Lufthansa Langstreckenverbindungen zu Billigpreisen übernehmen soll. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Der Plan könnte allerdings noch scheitern, weil bei der Gemeinschaftsfirma nach SPIEGEL-Informationen vor Kurzem eine schwarze Kasse entdeckt wurde. Sie soll von dem Ende des Monats scheidenden Sun-Express-Chef Paul Schwaiger über mehr als zehn Jahre geführt und erst Ende 2012 aufgelöst worden sein. Darüber hinaus soll der Tourismusexperte einem Mitarbeiter neben seinem Gehalt ohne vertragliche Grundlage rund 50.000 Euro in bar ausbezahlt und eigenmächtig Sponsorengelder in Höhe von 150.000 Euro für die Deutsche Schule in Izmir bewilligt haben.

Gespeist wurde die geheime Kasse nach Erkenntnissen aus einer internen Untersuchung unter anderem aus dem Verkauf von Mitarbeitertickets. Genutzt wurde sie beispielsweise zum Bezahlen von Visa-Gebühren.

Ein Lufthansa-Sprecher bestätigte die Darstellung gegenüber dem SPIEGEL weitgehend, wollte sich zu Details aber nicht äußern. Nach seinen Angaben hat Sun Express Selbstanzeige erstattet und die kürzlich entdeckten, nicht bekannten Einnahmen für drei von insgesamt knapp zwölf Jahren nachversteuert.

Der Mann, der Barzahlungen erhielt, habe sowohl für den deutschen als auch für den türkischen Ableger der Ferienfluggesellschaft gearbeitet und für das Geld auch echte Leistungen erbracht. Mithilfe der Zuwendungen an die Deutsche Schule in Izmir habe Schwaiger erreichen wollen, dass das Joint Venture von Lufthansa und Turkish Airlines auf Verbindungen zwischen der türkischen Stadt und Deutschland eine führende Marktposition erreicht.

Mehr lesen über