Arbeitskampf Flugbegleiter sagen Streik bei der Lufthansa ab
Lufthansa-Mitarbeiterin im Streik: "In wichtigen Punkten entgegengekommen"
Foto: RALPH ORLOWSKI/ REUTERSDie Flugbegleiter bei Lufthansa wollen nun doch nicht streiken: Die Gewerkschaft UFO hat den für Donnerstag und Freitag geplanten Arbeitskampf des Kabinenpersonals abgesagt. Grund sei, dass die Lufthansa in dem Tarifstreit in wichtigen Punkten entgegengekommen sei, teilte UFO mit. Der Konzern habe die Zwischenmitteilung der Schlichter zur Alters- und Übergangsversorgung aus dem Sommer als Ausgangsbasis für weitere Verhandlungen akzeptiert.
Beide Seiten hielten am Ziel eines "Jobgipfels" fest, bei dem am 2. Dezember Vertreter des Konzerns sowie der drei Gewerkschaften UFO, Ver.di und Cockpit teilnehmen sollen. Dazu seien aber bis dahin noch weitere Verhandlungen über das konkrete Verfahren notwendig, so die Gewerkschaft. Bis zum Jobgipfel soll es keine weiteren Ausstände des Kabinenpersonals geben.
Beide Seiten hatten zuvor wieder die Verhandlungen aufgenommen, um den Konflikt zu entschärfen. Eigentlich wollten die Flugbegleiter die Arbeit von Donnerstag an für mindestens zwei Tage niederlegen. UFO hatte die Lufthansa erst vor zwei Wochen sieben Tage lang bestreikt. Es war der längste Streik in der Geschichte der Fluggesellschaft: Etwa 4700 Flüge fielen aus, rund eine halbe Million Passagiere waren davon betroffen.
13 Streiks - und keine Lösung in Sicht
Hintergrund des Arbeitskampfes ist ein Streit über die Alters- und Übergangsversorgung der Flugbegleiter. Einer der Hauptstreitpunkte zwischen den Tarifparteien ist die Betriebsfrührente für die 19.000 Stewards und Stewardessen bei der Lufthansa. Die Lufthansa hatte mehrfach versucht, die Streiks gerichtlich verbieten zu lassen - allerdings nur teilweise mit Erfolg.
Zuletzt war der Versuch der Lufthansa gescheitert, alle drei im Unternehmen aktiven Gewerkschaften an einen Runden Tisch zu holen, um gemeinsam über die Zukunft der Betriebsrenten und die Sicherheit der Arbeitsplätze zu sprechen. Dies hatte bereits die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit abgelehnt.
Lufthansa-Chef Carsten Spohr treibt einen grundlegenden Umbau des Luftverkehrskonzerns voran. Unter anderem soll die Billiglinie Eurowings schneller ausgebaut werden. Sparen will Spohr unter anderem bei den Beschäftigten der zuletzt schrumpfenden Kerngesellschaft Lufthansa. Der Konzern hat daher die Tarifverträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten gekündigt.
In getrennten Verhandlungen zu den verschiedenen Berufsgruppen ist es mit keiner der drei Gewerkschaften bislang zu einem Abschluss gekommen. Stattdessen haben die Piloten bereits 13-mal gestreikt, die Flugbegleiter eine ganze Woche lang.