Arbeitskampf der Flugbegleiter Lufthansa und Gewerkschaft vereinbaren Schlichtung
Arbeitskampf der Flugbegleiter: Lufthansa und Gewerkschaft vereinbaren Schlichtung
Foto: Frank Rumpenhorst/ dpaFrankfurt am Main - Im Tarifkampf bei der Lufthansa entspannt sich die Lage etwas: Die Gewerkschaft Ufo und der Konzern haben eine Vorvereinbarung für ein Schlichtungsverfahren unterzeichnet. Die Streiks werden ausgesetzt, sagte Gewerkschaftschef Nicoley Baublies am Freitag in Frankfurt.
Zuvor hatte die Flugbegleitergewerkschaft Ufo bereits einen ersten kleinen Erfolg gefeiert: Die Lufthansa will allen Leiharbeitern am Standort Berlin eine Festanstellung anbieten. Die rund 200 Kräfte der Zeitarbeitsfirma Aviation Power sollen im kommende Jahr ein Übernahmeangebot erhalten.
Kunden der Lufthansa müssen damit vorerst nicht mit neuen Streiks rechnen. Ab Mitternacht gilt die Friedenspflicht. Am Freitag waren rund 1000 von 1800 Flügen gestrichen worden. Rund 100.000 Passagiere waren betroffen. Selbst die Pilotenstreiks aus den Jahren 2001 und 2010 hatten nicht eine derart durchschlagende Wirkung.
Die Folgen des bundesweiten Streiks halten sich allerdings in Grenzen. Der Betrieb soll am Samstag wieder annähernd normal laufen, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Bis kommenden Donnerstag werden nur noch vereinzelt Flüge ausfallen.
Ufo fordert eine Lohnsteigerung von fünf Prozent, bessere Einstiegsgehälter und eine deutliche Gewinnbeteiligung. Die Fluggesellschaft bietet Entgelterhöhungen von 3,5 Prozent an, den Verzicht auf Leiharbeit, auf betriebsbedingte Kündigungen und auf befristete Verträge.
Mehrere Kandidaten als Schlichter im Gespräch
Nach Lufthansa-Angaben sollen Eckpunkte des Schlichtungsverfahrens bis zum 12. September definiert werden. Über die Person des Schlichters soll möglichst bis Ende kommender Woche Einvernehmen erzielt werden.
Für den Posten kursierten am Freitag bereits erste Namen: Im Gespräch sind der frühere SPD-Chef Franz Müntefering, der Hamburger Ex-Bürgermeister Henning Voscherau (SPD) und der frühere Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier.
Im Schlichtungsverfahren wird es laut Lufthansa nur um Gehälter und Gewinnbeteiligungen gehen. Offiziell streikt auch Ufo nur zu diesen Themen. Allerdings werden andere Themen parallel weiterverhandelt.
So geht es der Gewerkschaft auch um den generellen Einsatz von Leiharbeitern und das Tarifsystem bei der für das kommende Jahr erwarteten internen Billigtochter mit dem Arbeitstitel "Direct4U".
Etwa 1200 Mitarbeiter der Lufthansa könnten zu dem neuen Unternehmen abgeordnet werden, sie sollen aber ihre alten Verträge behalten, verspricht das Unternehmen. Mittelfristig soll bei der Tochter aber der viel niedrigere Tarif der Lufthansa-Tochter Germanwings gelten. Auch diese Punkte dürften bei den künftigen Verhandlungen im Hintergrund eine Rolle spielen.
Ufo vertritt gegenüber den Fluglinien rund 36.000 Beschäftigte. Allein bei der Lufthansa arbeiten 19.000 Stewardessen und Stewards. Schätzungen zufolge sind zwei Drittel von ihnen bei der Gewerkschaft Ufo registriert.
Wo Reisende Informationen erhalten
Zum Thema Streik bei der Lufthansa finden Sie hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Fluglinien-Auskunft
- Lufthansa , auch auf der Mobilseite . 01805 805805 (Bei Anrufen der 01805-Nummern aus dem Festnetz entstehen Kosten von 0,14 Euro/Minute)
Flughafen-Auskunft
Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Flughäfen auf ihren Web-Seiten bekannt.
- Flughafen Frankfurt : 01805 -3724636
- Flughafen München : 089 97500
- Flughafen Hamburg : 0180 5252525
- Flughafen Stuttgart : 01805 948444 (14 Cent/Minute im deutschen Festnetz)
- Flughafen Düsseldorf : 0211 4210
- Flughafen Köln/Bonn : 02203 404001/404002
Hotlines von Veranstaltern
- TUI : 01805 884266
- Neckermann : 01805 336681
- Alltours : 0203 3636360
- Dertour : 069 95882770
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- L'Tur : 00800 21212100 (kostenlos)
- Schauinsland-Reisen : 0203 994050
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