Geplanter Stellenabbau Schulz attackiert Siemens-Manager
Martin Schulz und Andrea Nahles
Foto: Silas Stein/ dpaSPD-Chef Martin Schulz hat den geplanten Abbau Tausender Arbeitsplätze bei Siemens als "völlig inakzeptabel" bezeichnet. Er sprach von "verantwortungslosen Managern". Ferner sagte Schulz im Bundestag: "Wenn es hart wird, muss am Ende die Belegschaft bluten."
Der Konzern habe jahrzehntelang vom deutschen Staat profitiert, sagte Schulz mit Blick auf öffentliche Aufträge für Siemens. Außerdem erwirtschafte Siemens Rekordgewinne. "Was Siemens hier macht, gefährdet den Wirtschaftsstandort Deutschland." Der bestehe auch aus Vertrauen. Siemens zerschlage dieses Vertrauen.
Der Industriekonzern will wegen schlechter laufender Geschäfte in der Kraftwerks- und Antriebstechnik weltweit rund 6900 Jobs streichen, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Zwei Standorte in den sächsischen Städten Görlitz und Leipzig mit zusammen 920 Arbeitsplätzen sollen geschlossen werden. Einschnitte sind auch in Berlin, Offenbach und Erfurt geplant.
Reaktion auf die Energiewende
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Joachim Pfeiffer verteidigte Siemens dagegen im Bundestag: Der Konzern müsse auf die Weltmarktlage für Gasturbinen reagieren, die sich verschlechtert habe. Dies sei auch eine Reaktion auf die Energiewende, die politisch gewollt sei. Pfeiffer bedauerte den Jobabbau. An die Adresse von Schulz meinte er aber: "Siemens-Bashing hilft uns nicht weiter."
Schulz sowie SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles hatten zuvor zu rund 50 Siemens-Mitarbeitern gesprochen, die sich vor dem Reichstag zu einer Kundgebung versammelten. Dabei sagte Schulz, die SPD werde sich die Pläne von Siemens nicht gefallen lassen. "Das ist das Verhalten von Manchester-Kapitalisten." Er appellierte an die "soziale Kompetenz" von Siemens-Chef Joe Kaeser.
Nahles kritisierte, Siemens mache den "billigen August" auf dem Rücken der Arbeitnehmer: "Die SPD wird weiter für euch trommeln."
Zuvor hatte sich auch die Bundesregierung eingeschaltet: Angela Merkels Sprecher Steffen Seibert hatte am Montag gesagt, die Bundesregierung gehe davon aus, dass sich die Unternehmensführung nun in enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern um faire Regelungen für die betroffenen Standorte kümmere. (Lesen Sie hier eine Analyse zu den Auswirkungen erneuerbarer Energien auf Geschäft und Unternehmenspolitik von Siemens.)