Tipico soll Selbstanzeigen wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung gestellt haben - DER SPIEGEL
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Medienbericht über Wettanbieter Tipico soll Selbstanzeigen wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung gestellt haben

Laut einem Medienbericht soll Europas größter Wettanbieter Provisionszahlungen am Fiskus vorbeigeschleust haben – darunter auch an einen Drahtzieher eines großen Wettskandals.
Annahmestelle für Sportwetten (Symbolbild): Europas Marktführer Tipico soll laut einem Medienbericht Selbstanzeigen wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung eingereicht haben
Annahmestelle für Sportwetten (Symbolbild): Europas Marktführer Tipico soll laut einem Medienbericht Selbstanzeigen wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung eingereicht haben

Annahmestelle für Sportwetten (Symbolbild): Europas Marktführer Tipico soll laut einem Medienbericht Selbstanzeigen wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung eingereicht haben

Foto: Thomas Kienzle/ AP
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Europas größter Wettanbieter Tipico soll laut einem Medienbericht im Jahr 2014 mehrere Selbstanzeigen wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung bei deutschen Finanzämtern eingereicht haben.

Das Onlineportal »Business Insider« schreibt, Tipico habe zwischen 2007 und 2012 Provisionszahlungen an Wettvermittler in Deutschland am Fiskus vorbeigeschleust. Insgesamt 20,4 Millionen Euro habe das Unternehmen in der damaligen Zeit auf Auslandskonten der Vermittler überwiesen. Ein Tipico-Sprecher habe den Vorgang auf Anfrage nicht kommentieren wollen.

Laut »Business Insider« soll aus einem internen Ermittlungsbericht aus dem Jahr 2016 hervorgehen, dass Tipico bereits 2013 Kenntnis von einer Anfrage kroatischer Behörden an die für Geldwäsche zuständige maltesische Financial Intelligence Analysis Unit (FIAU) erhalten habe.

»Aufgrund mehrerer Überweisungen von Malta auf Bankkonten in Kroatien wurden Sonderprovisionszahlungen von Tipico an mehrere Vermittlergruppen vor dem Hintergrund steuerrechtlicher Unregelmäßigkeiten untersucht«, habe es in dem Bericht geheißen.

Das Unternehmen habe damals Strafrechtler und Wirtschaftsprüfer beauftragt, den gesamten Zahlungsverkehr von Tipico zu durchleuchten, schreibt das Onlineportal. Diese hätten herausgefunden, dass Tipico fünf in Deutschland steuerpflichtigen Vermittlergruppen Sonderprovisionen in Höhe von 20,4 Millionen Euro auf Auslandskonten überwiesen hatte, heißt es. Freigegeben worden seien die verdächtigen Zahlungen von einem der Tipico-Gründer.

Zahlte Tipico Sonderprovisionen an einen Wettskandal-Drahtzieher?

Der verantwortliche Gesellschafter sei damals suspendiert worden und habe die Geschäftsführung verlassen müssen. Um eine Bestrafung wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung abzuwenden, habe das Unternehmen insgesamt fünf Selbstanzeigen eingereicht.

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Eine dieser Nacherklärungen sei Ende Oktober 2014 beim Finanzamt Nürnberg-Nord eingegangen, heißt es in dem Artikel. Darin sei es um Sonderprovisionen in Höhe von fast 200.000 Euro gegangen, die Tipico im Zeitraum zwischen 2007 und 2012 auf Auslandskonten eines langjährigen Vermittlers überwiesen habe. Dieser Vermittler sei einer der verurteilten Drahtzieher des 2009 bekannt gewordenen Wettskandals gewesen, bei dem weltweit 400 Fußballspiele unter Manipulationsverdacht standen.

Als Tipico die Überweisung entdeckt habe, habe der Mann eine Haftstrafe abgesessen, schreibt das Portal. Die Staatsanwaltschaft habe ein Strafverfahren gegen ihn aufgrund seiner Inhaftierung später eingestellt.

clh