Haniel verkauft Metro-Anteile Der teure Fehler des Milliarden-Clans
Metro-Logo (Archivbild)
Foto: Fabrizio Bensch/ REUTERSDer Haniel-Clan berichtigt den wohl größten Fehler in seiner Unternehmensgeschichte: Nach mehr als 50 Jahren steht die Duisburger Familienholding vor dem Ausstieg beim Handelsriesen Metro.
"Haniel ist seit langem bestrebt, sein Unternehmensportfolio zu diversifizieren, auszubalancieren und zu erweitern", begründete Haniel-Chef Stephan Gemkow den Schritt. "Nach reiflicher Überlegung haben wir entschieden, dass es für die Metro AG von Vorteil sein wird, neue Investoren zu gewinnen."
Die Trennung erfolgt reichlich spät. Die Haniels, die einmal die vermögendste Familie der Republik waren, haben wegen ihrer Beteiligung bereits schwere Verluste verbucht - dem Unternehmen Metro aber dennoch lange die Treue gehalten.
"Die Wertentwicklung ist eine Enttäuschung, das sieht jeder, der auf den Kurszettel schaut", hatte Gemkow bereits im Frühjahr gesagt. Nun zieht er doch die Konsequenzen.
Abschied in zwei Etappen
Die Haniels verkaufen zunächst 7,3 Prozent ihrer Metro-Aktien an die EP Global Commerce GmbH (EPGC), eine Gesellschaft, hinter der zwei Investoren aus Tschechien und der Slowakei stehen. Die Investoren haben zudem die Option, auch die übrigen 15,2 Prozent der Metro-Anteile im Haniel-Besitz zu erwerben.
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Beide Parteien wollten sich nicht zum Kaufpreis äußern. Auf die Beteiligung der Duisburger an der Elektronikhandelsholding Ceconomy habe die Transaktion keine Auswirkungen, hieß es. In der Holding sind derzeit Metros Media-Saturn-Elektromärkte gebündelt.
Die Investoren Daniel Kretinsky und Patrik Tkac kommen nicht aus der klassischen Handelsbranche. Tkac ist Miteigentümer der J&T Unternehmensgruppe, die überwiegend in der Tschechischen Republik und in der Slowakei tätig ist. Kretinsky kontrolliert den Strom-Versorger EPH. Dieser hatte in der Bundesrepublik die Braunkohlekraftwerke und den Tagebau von Vattenfall übernommen.
Trennung war absehbar
Die Trennung von Haniel und Metro hatte sich angedeutet. Haniel-Chef Gemkow hatte in den vergangenen Jahren die Abhängigkeit des 1756 gegründeten Traditionsunternehmens vom Handel deutlich reduziert und in anderen Branchen investiert.
Haniels Portfolio umfasst neben dem Rohstoffhändler ELG und der Hygiene-Tochter CWS Boco auch Anteile von 22,5 Prozent an Metro und 25 Prozent an Ceconomy.
Die Metro war 2012 aus dem deutschen Börsenindex Dax abgestiegen, Haniel musste damals einen Nettoverlust von rund 1,9 Milliarden Euro ausweisen, der Löwenanteil waren Abschreibungen auf die Metro-Beteiligung.
Um den Konzern wieder schlagkräftiger zu machen, hatte Metro-Chef Olaf Koch im Sommer vergangenen Jahres die Großmärkte und Real vom Elektronikhandel um Media Markt und Saturn abgespalten. Allerdings schlug sich die Aufspaltung bislang nicht positiv im Aktienkurs nieder - die Kurse beider Gesellschaften gaben nach.
Zuletzt setzten Probleme in Russland dem Handelsriesen Metro zu, dem neben einem Netz von 760 Großmärkten in Deutschland, Europa und Asien auch die Supermarktkette Real gehört.