Militärtransporter A400M - DER SPIEGEL
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Schadenersatz Enders sieht A400M als "Damokles-Schwert"

Der Militärtransporter A400M hat das Image von Airbus bereits nachhaltig geschädigt. Jetzt zeichnen sich auch noch weitere Kosten in Milliardenhöhe ab - Konzernchef Tom Enders warnt.
Pannen-Airbus A400M
Pannen-Airbus A400M

Pannen-Airbus A400M

Foto: Kay Nietfeld/ dpa
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Airbus-Chef Tom Enders zeichnet vor den Verhandlungen mit den Käufer über den Pannenflieger A400M ein düsteres Bild für sein Unternehmen. "Da hängt ein großes finanzielles Damokles-Schwert über uns", sagte Enders der "Financial Times" ("FT"). Im schlimmsten Fall könnte es um Milliardenbeträge gehen, sagte der Manager, ohne eine genauere Summe zu nennen. Immer neue technische Probleme und weitere Verzögerungen bei der Auslieferung des Militärtransporters hatten Airbus   im vergangenen Jahr bereits mit 2,2 Milliarden Euro belastet.

Dabei ging es vor allem um Schäden an den Getrieben der Turboprop-Triebwerke. So fliegt von den acht an die Bundeswehr ausgelieferten A400M-Exemplaren derzeit nur eines. Deutschland und andere Staaten fordern von Airbus deshalb Schadenersatz. Wie hoch die Forderungen insgesamt sind, will Airbus zwar nicht sagen. Die "FT" zitiert allerdings eine Person aus dem Umfeld, der zufolge sich die Vertragsstrafen für die seit dem Jahr 2010 aufgelaufenen Verzögerungen auf fast eine Milliarde Euro belaufen sollen.

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Vor sieben Jahren hatten Käuferstaaten wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien das A400M-Projekt mit einer Finanzspritze vor dem Aus bewahrt. Die Staaten beteiligten sich mit 3,5 Milliarden Euro an den bis dahin absehbaren Zusatzkosten von über fünf Milliarden Euro. Im Gegenzug kappten sie die Zahl der bestellten Maschinen.

Airbus-Chef Enders hatte bei der Bilanzvorlage vergangene Woche angekündigt, dass er mit den Käuferstaaten über deren Schadenersatzansprüche verhandeln wolle. "Wir müssen die Blutung stoppen und Risiken aus dem Programm nehmen", sagte er. Während er bei den Staaten Druck macht, versucht er, die Verunsicherung der Aktionäre in Grenzen zu halten. "Wir hatten 2016 eine Menge Herausforderungen, aber wir haben sie bewältigt", sagte er nun der "FT". Seinen Anteilseignern hat das Unternehmen eine von 1,30 auf 1,35 Euro erhöhte Dividende in Aussicht gestellt.

Zuletzt sind bei den A400M der Bundeswehr in zehn Triebwerken Risse entdeckt worden. Die Risse in den Brennkammern seien typische Verschleißerscheinungen und beeinflussten den Flugbetrieb nicht, sagte ein Sprecher der Luftwaffe Ende vergangener Woche. Sie müssten aber immer wieder kontrolliert werden. Wenn sie größer würden, könne es Probleme geben.

mik/dpa-AFX