Moeller-Maersk Weltgrößte Reederei kürzt Investitionen in Schiffe
Containerschiff "Edith Maersk" im Suez-Kanal: Schifffahrt nicht mehr profitabel genug
Foto: STRINGER/EGYPT/ REUTERSLondon - Die größte Reederei der Welt glaubt nicht mehr an die Containerschifffahrt. Der dänische Mischkonzern Moeller-Maersk leitet seine Investitionen um, von der Schifffahrt in Sparten wie Öl- und Gasförderung oder den Betrieb von Häfen. "Wir verlassen die Schifffahrtseite und werden uns profitableren und stabileren Geschäften zuwenden", sagte der Maersk-Vorstandsvorsitzende Nils Andersen der "Financial Times". Nach diesem Schritt werde etwa die Hälfte des Kapitals in diesen drei Feldern stecken. Auf die Maersk Line entfielen 25 bis 30 Prozent.
Die Dänen betreiben die weltgrößte Containerschiffflotte mit einem Marktanteil von 16 Prozent. "Wir haben hinreichend Kapazitäten, um mit dem Markt zu wachsen", sagte Andersen. Die Reedereiseite des Konzerns hatte 2011 ein Minus von 540 Millionen Dollar eingefahren und peilt für 2012 nur einen bescheidenen Gewinn an, wie es im jüngsten Quartalsbericht hieß.
Dagegen ist vor allem die Energiesparte enorm profitabel: Die Ölsparte erwirtschaftete einen Gewinn von 2,1 Milliarden Dollar, Bohranlagen und Häfen ein Plus von 500 Millionen und 650 Millionen Dollar.
Maersk werde in den nächsten fünf Jahren "nicht nennenswert in das Containergeschäft investieren", kündigte Andersen an. "Wenn wir diese Veränderung vorgenommen haben, dann wird vielleicht mehr als die Hälfte unseres Kapitals in den anderen drei Bereichen gebunden sein. Wir werden dann vier Geschäftsbereiche von jeweils etwa gleicher Größe haben."
Das internationale Geschäft der Containerreeder leidet unter hohen Ölpreisen, der schwächeren Weltwirtschaft und Überkapazitäten, weil in Boomzeiten zu viele Schiffe bestellt wurden. Moeller-Maersk war 1904 als Dampfschiffgesellschaft gegründet worden. Der Konzern mit Sitz in Kopenhagen ist Dänemarks größtes Unternehmen und beschäftigt rund 104.000 Menschen.