Deal geplatzt Murdoch verwirft Übernahme von Time Warner
Rupert Murdoch: "Es wäre eine einzigartige Chance gewesen"
Foto: Justin Sullivan/ Getty ImagesNew York - Rupert Murdoch hat die feindliche Übernahme von Time Warner durch seinen Konzern 21st Century Fox abgesagt. Das Angebot im Volumen von rund 80 Milliarden Dollar sei vom Tisch, erklärte der Unternehmer.
Ein Zusammenschluss wäre eine einzigartige Chance gewesen, sagte Murdoch. Er begründete die Absage mit der ablehnenden Haltung von Time Warner und den daraus resultierenden Kursverlusten für seinen Konzern. Die Übernahme sei dadurch für die Fox-Aktionäre nicht länger interessant, so Murdoch.
Die Börsianer reagierten prompt auf die Nachricht. Während die Aktie des Kaufkandidaten Time Warner nachbörslich um mehr als 11 Prozent fiel, legte das Papier von Murdochs Konzern 21st Century Fox um annähernd 8 Prozent zu. Parallel zur Einstellung der Übernahmebemühungen, kündigte das Unternehmen nun an, in den nächsten zwölf Monaten eigene Aktien über sechs Milliarden Dollar zurückzukaufen.
"Nicht im besten Interesse"
Vor drei Wochen hatte Murdoch ein Übernahmeinteresse bestätigt, war aber bei Time Warner abgeblitzt. CEO Jeff Bewkes hatte die Offerte über 80 Milliarden Dollar abgelehnt, eine Übernahme durch Murdoch sei "nicht im besten Interesse" des Hauses, erklärte er in einer Videobotschaft an seine 34.000 Angestellten. Zudem äußerte Bewkes Zweifel an der Fähigkeit von 21st Century Fox, mit einem Zusammenschluss dieser Größe umgehen zu können.
Am Dienstagabend Ortszeit bedankte sich das Management von Time Warner nun in einer Mitteilung bei den Aktionären für ihre Unterstützung. Nach der Rücknahme des "unerbetenen" Kaufangebots sehe man sich bestens aufgestellt.
Durch einen Zusammenschluss hätte Murdoch das weltgrößte Medienunternehmen geschaffen und damit die Branche auf den Kopf gestellt. Zum Murdoch-Imperium zählen unter anderem bereits die Fox-Fernsehsender, der Bezahlkanal Sky Deutschland und das Hollywood-Studio 20th Century Fox. Unter dem Dach von Time Warner finden sich der beliebte US-Bezahlsender HBO, der Nachrichtenkanal CNN und das Filmstudio Warner Bros. Ende Juli wurde bekannt, dass der Bezahlsender Sky Deutschland innerhalb des Murdoch Imperiums seinen Besitzer wechselt - er geht an die britische Gruppe BSkyB.
Murdoch hatte seinen Medienkonzern News Corp. vergangenes Jahr aufgespalten. Die profitablen Film- und Fernsehfirmen wurden dabei unter dem Namen 21st Century Fox von den teilweise angeschlagenen Zeitungs- und Buchverlagen abgetrennt. Neben Zeitungen in Großbritannien und Australien besitzt Murdoch das renommierte US-Wirtschaftsblatt "Wall Street Journal".