Neckermann wirbt mit eigener Insolvenz - DER SPIEGEL
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Galgenhumor Neckermann witzelt über eigene Insolvenz

"Insolvent. Na und?" Mit solchen Sprüchen will der Versandhändler Neckermann seine treuesten Kunden bei Laune halten. Auf seiner Homepage geht das Unternehmen erstaunlich selbstbewusst mit der eigenen Pleite um: "Sie haben momentan wenig Geld in der Kasse? Wir wissen, wie sich das anfühlt."
Neckermann-Seite im Internet: "Insolvent. Na und?"
Neckermann-Seite im Internet: "Insolvent. Na und?"

Neckermann-Seite im Internet: "Insolvent. Na und?"

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Treue Kunden wünscht sich jedes Unternehmen, aber Neckermann ist derzeit besonders darauf angewiesen. Der traditionsreiche Versandhändler hatte vor zwei Wochen Insolvenz angemeldet, kurz darauf stellten die Post und andere Paketdienste die Zustellung von Neckermann-Lieferungen ein. In einer solchen Lage hilft manchmal nur noch Humor weiter.

Mit dem versucht es Neckermann nun auf seinem Kundenportal im Internet . "Insolvent. Na und?" steht dort weiß auf trauerschwarzem Grund. "Sie wollen schließlich kein Geld bei uns bestellen, sondern Ware." Und weiter: "Sie haben momentan wenig Geld in der Kasse? Wir wissen, wie sich das anfühlt."

Mit den Sprüchen sollen die Neckermann-Kunden animiert werden, weiter zu bestellen. Der Vertrieb funktioniert schließlich wieder. Die Kunden sollen nun Waschmaschinen, Kühlschränke und Fernseher aus der sogenannten Treuelinie bestellen, um das Unternehmen doch noch irgendwie zu retten. "Bitte halten Sie uns die Treue", fleht Neckermann auf seiner Homepage.

Das Unternehmen hatte Insolvenz angemeldet, weil der US-Investor Sun Capital Partners als Eigentümer einen Sanierungsplan nicht mittragen wollte. Nun versucht Insolvenzverwalter Michael Frege den Versandhändler zu verkaufen. Erste Interessenten soll es bereits geben. Um Neckermann zu retten, werden sie wohl etwas mehr brauchen als nur Humor.

stk

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