Karrierenetzwerk LinkedIn erfreut Börsianer mit Umsatzschub
LinkedIn-Manager beim Börsendebüt am 19. Mai 2011: Anleger erfreut
Foto: MIKE SEGAR/ REUTERSMountain View - Von solchen Aussichten können Facebook-Aktionäre nur träumen: Das Karrierenetzwerk LinkedIn hat seinen Umsatz im zweiten Quartal fast verdoppelt und erhöht seine Prognose für das Gesamtjahr. Das US-Unternehmen rechnet mit Erlösen zwischen 915 und 925 Millionen Dollar. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 89 Prozent auf 228 Millionen Dollar.
Der Gewinn fiel um 39 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 2,8 Millionen Dollar, wie LinkedIn mitteilte. Das lag unter anderem an Aktien, die Mitarbeiter bekommen hatten. Bei Anlegern und Analysten kamen die Zahlen gut an. Nachbörslich kletterte die Aktie um fünf Prozent auf 98 Dollar.
LinkedIn war eines der ersten sozialen Netzwerke, das an die Börse ging, und erfüllt bisher alle Erwartungen. Beim Börsengang vor einem Jahr hatte LinkedIn die Papiere für 45 Dollar je Stück ausgegeben. Seitdem stieg der Wert kontinuierlich. Ganz anders als beim Online-Netzwerk Facebook. Das Unternehmen wächst langsamer als erhofft und wird deshalb von Anlegern misstrauisch beobachtet. Im ersten Quartal nach dem Börsengang machte das Netzwerk einen Verlust von 157 Millionen Dollar.
Am Donnerstag fiel die Facebook-Aktie im Handel an der Wall Street erstmals unter die Marke von 20 Dollar. Zum Handelsschluss ging sie mit 20,04 Dollar aus dem Handel - ein Verlust von vier Prozent zum Vortag. Damit hat das weltgrößte soziale Netzwerk seit seinem viel beachteten Börsendebüt fast 50 Milliarden Dollar an Wert verloren - mehr als Firmen wie Hewlett-Packard oder Starbucks überhaupt wert sind. Facebook war am 18. Mai mit 38 Dollar je Anteilsschein an die Börse gegangen.
Während Facebook mit 955 Millionen Nutzern sein Geld vor allem mit Werbeanzeigen und Online-Spielen verdient, ist LinkedIn breiter aufgestellt. Das Karrierenetzwerk macht mit Stellenanzeigen, Werbung und Premiummitgliedschaften Umsatz. LinkedIn hat 175 Millionen Nutzer weltweit, die hier ihre beruflichen Kontakte pflegen. Einer der größten Konkurrenten ist das deutsche Netzwerk Xing.
Den Ausschlag für das schnelle Wachstum bei LinkedIn gab im vergangenen Quartal das Geschäft mit Personaldienstleistungen, das sich mit 121,6 Millionen Dollar im Jahresvergleich mehr als verdoppelt hat. Bei den Einnahmen aus Premium-Accounts gab es einen Sprung von gut 80 Prozent auf 43,5 Millionen Dollar.