Microsoft steigert Umsatz mit neuem Sortiment um ein Viertel - DER SPIEGEL
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Konzern-Umbau Microsoft steigert Umsatz um ein Viertel

Spielzeug, Internetservices, Telefone - Microsoft hat inzwischen neben Software so einiges zu bieten. Der Erfolg lässt sich zumindest schon am Umsatz ablesen.
Microsoft-Logo: Gute Ergebnisse sorgen für deutliches Kursplus
Microsoft-Logo: Gute Ergebnisse sorgen für deutliches Kursplus

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Foto: Ole Spata/ dpa
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Redmond - Microsoft wandelt sich zum digitalen Komplettanbieter. Schon seit Längerem verfolgt der US-Software-Riese das Ziel unabhängiger von seinen Geldmaschinen Windows und Office zu werden. Die Grundlage dafür liefern inzwischen die Geschäfte mit Cloud-Diensten, der Spielekonsole Xbox und Mobiltelefonen. Und das durchaus erfolgreich: Im vergangenen Quartal sprang der Umsatz im Jahresvergleich um ein Viertel auf 23,2 Milliarden Dollar.

Die dazugekaufte europäische Traditionsmarke Nokia will Microsoft künftig nur noch für günstige Handys einsetzen. Die Lumia-Smartphones sollen unter dem Namen "Microsoft Lumia" vermarktet werden, hieß es am Freitag in einem Blogeintrag.

Der Gewinn sank unterdessenin dem Ende September abgeschlossenen ersten Quartal von 5,2 auf 4,5 Milliarden Dollar, wie der Konzern nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Microsoft   hatte im Juli den Abbau von 18.000 Jobs angekündigt. Die Abfindungen lasteten nun mit 1,1 Milliarden Dollar auf der Bilanz. Besonders schwer sind ehemalige Nokia-Bereiche von den Stellenstreichungen betroffen.

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Erste Handys: Das war Nokia

Foto: Nokia

"Wir haben einen starken Start ins Geschäftsjahr geliefert", sagte Finanzchefin Amy Hood. Microsoft werde weiter in Geschäftsfelder mit Wachstumschancen investieren. Die Zahlen sorgten für einige Überraschung. Analysten hatten einen stärkeren Rückgang des Profits und weniger Umsatz erwartet. Die Aktie stieg nachbörslich um fast vier Prozent.

"Mobile first, Cloud first"

Der Konzern befindet sich im Wandel. Vorstandschef Satya Nadella, der im Februar die Nachfolge von Microsoft-Urgestein Steve Ballmer angetreten hatte, gab die Devise "Mobile first, Cloud first" aus. Vor allem beimCloud-Computing, bei dem Anwendungen in großen Rechenzentren ablaufen, wo auch die Daten zentral gespeichert werden, kann Microsoft Erfolge verbuchen. Das Geschäftsvolumen verdoppelte sich wie bereits im Vorquartal.

Auch die Verkaufszahlen der Spielekonsole Xbox zogen an. Es wurden 2,4 Millionen Geräte abgesetzt. Die Lumia-Smartphones kamen auf 9,3 Millionen Telefone. Bei den Surface-Tablets erreichte der Umsatz 908 Millionen Euro. Insgesamt verzeichnete die Konsumentensparte, zu der auch das von Nokia übernommene Smartphone-Geschäft und die Surface-Tablets zählen, ein Umsatzplus von fast 50 Prozent.

"Wir treiben die Innovation schneller voran, engagieren uns über die gesamte Industrie hinweg und stellen den Verbraucher ins Zentrum von allem, was wir tun", versprach Nadella. Microsoft hilft auch, dass es dem PC-Markt in diesem Jahr wieder etwas besser geht. 2013 hatte es noch einen Absatzeinbruch von rund zehn Prozent gegeben, jetzt verzeichnen die Marktforscher nur noch ein kleines Minus. Unter anderem hatte Microsoft die Unterstützung seines alten Betriebssystems Windows XP eingestellt. Das sorgte in vielen Unternehmen für Ersatzkäufe.

Nokia   war lange Zeit ein europäisches Paradeunternehmen und der unangefochtene Marktführer im Handy-Geschäft. Nach dem Start von Apples iPhone und des Google -Betriebssystems Android verpassten die Finnen jedoch den Anschluss im Smartphone-Geschäft. Microsoft hatte Nokias Handy-Geschäft im vergangenen Frühjahr für insgesamt gut fünf Milliarden Euro übernommen.

mik/dpa-AFX