Springer unterliegt im Bieterkampf für "Financial Times" - DER SPIEGEL
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Übernahme der Wirtschaftszeitung Springer unterliegt im Bieterkampf für "Financial Times"

Die japanische Mediengruppe Nikkei kauft die renommierte Tageszeitung "Financial Times". Der Kaufpreis beträgt 1,2 Milliarden Euro. Der Axel Springer Verlag unterliegt.
"Financial Times": Kaufpreis von 1,2 Milliarden Euro
"Financial Times": Kaufpreis von 1,2 Milliarden Euro

"Financial Times": Kaufpreis von 1,2 Milliarden Euro

Foto: NIKLAS HALLE'N/ AFP
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Die japanische Nikkei-Mediengruppe hat im Bieterkampf um die "Financial Times" ("FT") den Zuschlag erhalten. Für 844 Millionen Pfund (1,2 Milliarden Euro) gibt der britische Eigentümer Pearson die renommierte, auf lachsfarbenem Papier gedruckte Wirtschaftszeitung ab, wie Nikkei mitteilte.

Nikkei gibt ein japanisches Wirtschaftsblatt gleichen Namens heraus und ist nach eigenen Angaben die größte unabhängige Mediengruppe in Asien. Mehrere Aufsichtsbehörden müssen dem Geschäft noch zustimmen. Im vierten Quartal des laufenden Jahres soll der Deal abgeschlossen werden.

Kurz bevor die Einigung verkündet wurde, teilte Axel Springer mit, das Blatt nicht zu kaufen. Der Verlag Axel Springer beteiligte sich an dem Bieterkampf, wie SPIEGEL ONLINE berichtet hatte, unterlag aber schließlich.

In Großbritannien, dem Heimatmarkt der "FT", liegt die gedruckte Auflage bei 36.000 Exemplaren. Vor fünf Jahren waren es noch gut 66.000 Stück. Die Zahl der Digitalabos dagegen hat inzwischen die Marke von mehr als 500.000 überschritten. Ein großer Teil davon entfällt auf Abos, die von Unternehmen für ihre Angestellten bezahlt werden.

2014 habe der Umsatz der "FT"-Gruppe bei 334 Millionen Pfund gelegen, schreiben die Briten. Eine deutsche Ausgabe der "FT" hatte der Verlag Gruner + Jahr besessen, sie aber 2012 eingestellt.

Zur "FT"-Gruppe gehört auch eine 50-prozentige Beteiligung am Wirtschaftsmagazin "Economist". Diese gehört Pearson zufolge nicht zum verkauften Paket. Der britische Medienkonzern verdient sein Geld überwiegend mit Bildungsangeboten, unter anderem Schulbüchern.

"Wir waren fast 60 Jahre lang ein stolzer Besitzer der FT", sagte Pearson-Chef John Fallon. Das starke Wachstum von mobilem Internet und sozialen Netzwerken stelle die Medien vor einen Wendepunkt. In dieser neuen Umgebung sei es das Beste für die "FT", Teil eines global agierenden, digitalen Nachrichtenunternehmens zu sein, sagte Fallon. Nikkei-Chef Tsuneo Kita sagte: "Wir teilen die gleichen journalistischen Werte."

Seit 1971 veröffentlicht die japanische Wirtschaftszeitung den Nikkei-Aktienindex (Nikkei 225), der aus den Kursen ausgewählter Unternehmen der Tokioter Börse berechnet wird.

mka/dpa