Nikola: Elektro-LKW-Bauer prüft Verkauf - DER SPIEGEL
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Aktienkurs bricht ein Elektro-Lkw-Bauer Nikola in Existenznot

Vor einigen Jahren war Nikola an der Börse mehr wert als Ford, dann folgte der Abstieg. Laut einem Medienbericht wird nun der Verkauf des Unternehmens geprüft.
Nikola-Lkw: hohe Kosten für den Produktionshochlauf
Nikola-Lkw: hohe Kosten für den Produktionshochlauf

Nikola-Lkw: hohe Kosten für den Produktionshochlauf

Foto: AFP

Der Elektro-Lkw-Pionier Nikola steht unter Druck. Das Start-up schlittert seit Jahren von einer Krise in die nächste, nun prüft man offenbar den Verkauf von verschiedenen Unternehmensteilen. Auch ein Gesamtverkauf scheint angesichts der drängenden Liquiditätsprobleme möglich. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf Insider. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht getroffen. Auch das Hinzuziehen von Partnern oder die Beschaffung neuer Finanzmittel werde geprüft. Nach der Veröffentlichung des Berichts fielen die Aktien von Nikola auf ein Rekordtief. Im Tagesverlauf büßten sie 28 Prozent ein und notierten zum Handelsende noch 0,84 Dollar. In den vergangenen 12 Monaten hat das Unternehmen damit 95 Prozent seines Werts eingebüßt.

Das Unternehmen hat mit hohen Kosten im Zusammenhang mit dem Produktionshochlauf seines Brennstoffzellen-Elektro-Lkws zu kämpfen. Nikola-Chef Stephen Girsky hatte im Oktober auf Fragen zur Kapitalbeschaffung gesagt, das Unternehmen spreche »aktiv mit vielen verschiedenen potenziellen Partnern«, so die Nachrichtenagentur Reuters.

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Die aktuellen finanziellen Schwierigkeiten von Nikola sind laut Bloomberg zumindest teilweise auch auf Probleme mit den bereits produzierten Lkw zurückzuführen. Demnach musste das Unternehmen 2023 alle 209 verkauften E-Laster zurückrufen und den Verkauf vorübergehend stoppen, nachdem bei einer Untersuchung ein Fehler in den Batteriepacks festgestellt worden war.

Der Verkauf wäre das Ende eines langen Abstiegs. 2020 ging das Unternehmen an die Börse, kurze Zeit später präsentierte Nikola eine strategische Partnerschaft mit General Motors, einem der weltweit größten Automobilunternehmen. Kurzzeitig war das Start-up damals an der Börse mehr wert als der traditionsreiche Autobauer Ford. Dann veröffentlichte der Leerverkäufer Hindenburg Research  eine vernichtende Analyse, die zentrale Aussagen des Firmengründers und damaligen Chefs Trevor Milton anzweifelte. Daraufhin brach der Kurs ein. Milton trat zurück und musste sich wegen Betrugsvorwürfen vor Gericht verantworten.

dbl/Reuters