Ölpreis: Heizöl wird immer teurer - Schuld ist der Hitzesommer - DER SPIEGEL
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Hitzesommer Niedrige Flusspegel lassen Heizölpreise steigen

Genau zu Beginn der Heizperiode wird Heizöl immer teurer. Verantwortlich ist die anhaltende Trockenheit: Die Flüsse führen wenig Wasser, die Tankschiffe lassen sich kaum beladen.
Frachtschiff auf dem Rhein
Frachtschiff auf dem Rhein

Frachtschiff auf dem Rhein

Foto: Thomas Frey/ dpa
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Der Preis für Heizöl steigt derzeit deutlich an: Mittlerweile kostet der Liter im Bundesschnitt schon 78 Cent. Für den Anstieg wird in erster Linie die angespannte Lage am Rohölmarkt verantwortlich gemacht. Die US-Sanktionen gegen das Förderland Iran treiben die Notierungen, ebenso die Absicht der Opec, die Produktion nicht zu erhöhen. Nach SPIEGEL-Informationen gibt es aber noch einen besonderen Grund für die Rallye der deutschen Heizölpreise: Der trockene Sommer hat die Pegel von Rhein, Main und Donau und der Nebenflüsse erheblich sinken lassen, die Tankschiffe sind oft weniger als halb voll.

Auf dem Main-Donau-Kanal transportierten die Frachter im August nur ein Drittel so viele Güter wie im Vorjahrsmonat. Die Versorgung der Lager speziell entlang des Rheins sei "deutlich aufwändiger und teurer geworden", sagt Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbands für Energiehandel Südwest-Mitte in Mannheim. Die Vorräte hätten sich verringert. Aufgrund niedriger Wasserstände könnten Frachtschiffe oft nur 30 bis 40 Prozent ihrer Kapazitäten ausnutzen, um starken Tiefgang zu vermeiden. Um ihre Lager auf anderen Wegen aufzufüllen, sind Heizölhändler gezwungen, weite Versorgungswege mit dem Tankwagen in Kauf zu nehmen.

Am Rhein sind die Frachtkosten mitunter um mehr als das Doppelte gestiegen. Der Aufwand schlägt sich auf die Preise für Heizöl nieder. Während sich Rohöl in den vergangenen drei Monaten nur wenig verteuerte, legten die Heizölpreise um rund 15 Prozent zu. Die Situation dürfte sich so schnell nicht entspannen. In Kaub zwischen Koblenz und Bingen lag der Pegel des Rheins in dieser Woche kaum über der 80-Zentimeter-Marke, Anfang kommender Woche wird er nach Schätzung der Schifffahrtsbehörden sogar darunter fallen. Damit Schiffe dort uneingeschränkt fahren können, bedarf es eines Wasserstands zwischen 190 und 460 Zentimetern.