Energiekrise durch Irankrieg Ölpreise ziehen nach Trump-Rede deutlich an
Ölpumpen im US-Staat Texas:
Foto: Eli Hartman / Odessa American / AP / dpaNach der Rede von US-Präsident Donald Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) sind die Ölpreise stark gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Juni zog im frühen Handel um mehr als sechs Prozent auf 107,48 Dollar an. Am Vortag war der Preis wegen der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Irankriegs zeitweise noch unter die Marke von 100 Dollar gefallen.
Ein Ende des Krieges stellte Trump in seiner ersten Rede an die Nation seit Beginn der Angriffe zwar erneut in Aussicht, lieferte dabei aber kaum Neues – und bekräftigte frühere Drohungen. Die USA seien auf dem Weg, alle militärischen Ziele »sehr bald« zu erreichen, sagte er. Bis dahin werde es in Iran noch heftige Angriffe geben: »Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen. Wir werden sie zurück in die Steinzeit versetzen, wo sie hingehören.«
Trump: »Kauft Öl von den Vereinigten Staaten«
Länder, die wegen des Irankriegs aktuell unter Engpässen bei der Versorgung mit Öl leiden, sollten laut Trump ihr Öl nun einfach aus den USA beziehen. »Kauft Öl von den Vereinigten Staaten. Wir haben reichlich. Wir haben so viel«, sagte Trump mit Blick auf die vom gestörten Öltransport durch die Straße von Hormus betroffenen Länder. Zudem verlangte er von anderen Staaten, die Sicherung der Meerenge zu übernehmen. Die USA sieht er dafür nicht in der Hauptverantwortung, man werde aber helfen.
Bereits zuvor hatte Trump Länder, die Öl über den Transport durch die Straße von Hormus beziehen, aufgefordert, sich an der Sicherung der Meerenge zu beteiligen. Seit Kriegsbeginn am 28. Februar kam die Schifffahrt dort quasi zum Erliegen. Hilfe blieb allerdings aus, was Trump harsch kritisierte. Dabei zeigte er sich auch enttäuscht von Nato-Verbündeten und hatte sie als »Feiglinge« bezeichnet.
Durch die Straße von Hormus wird normalerweise etwa ein Fünftel des globalen Tagesverbrauchs an Öl verschifft. Weil längst nicht alles etwa mithilfe von Pipelines durch Saudi-Arabien aufgefangen werden kann, fehlen laut internationaler Energieagentur täglich etwa elf der sonst rund 100 Millionen Barrel. Deutschland trifft der Mangel dabei weniger stark als insbesondere asiatische Länder. Nur ein äußerst geringer Teil des Öls, das hierzulande raffiniert wird, stammt aus dem Persischen Golf.
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