Nach Übernahme durch PSA Opel stellt Sanierungsplan vor - ohne Kündigungen
Opel-Werksgelände in Rüsselsheim
Foto: Arne Dedert/ dpaBei seinem Neustart will der Autohersteller Opel ohne betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen auskommen. Die Lohnkosten sollen über Abfindungen, innovative Arbeitszeitkonzepte und Altersteilzeit gesenkt werden, kündigte das vom französischen PSA-Konzern übernommene Unternehmen bei der Vorstellung seines Sanierungsplans in Rüsselsheim an.
Die genaue Ausgestaltung wie auch der Zeitraum des Kündigungsschutzes ist allerdings noch Gegenstand von Verhandlungen mit den Arbeitnehmern. Bis Ende 2018 sind die rund 19.000 Opel-Beschäftigten in Deutschland ohnehin vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt.
Insgesamt beschäftigt das Unternehmen gemeinsam mit der britischen Schwestermarke Vauxhall rund 38.000 Menschen an zehn europäischen Standorten. PSA hatte Opel inklusive des britischen Schwesterunternehmens Vauxhall und der Finanzsparte für 2,2 Milliarden Euro vom US-Autokonzern General Motors übernommen.
Opel will bei seinem Sanierungsprogramm "Pace" mit einem schnellen Schwenk auf die Technologie des neuen Mutterkonzern PSA in die Gewinnzone kommen. Dafür werden auch zwei bereits geplante Modelle, die noch auf der Technik des früheren Eigners General Motors basieren, in den Werken Eisenach und Rüsselsheim durch neue Projekte auf PSA-Plattformen ersetzt. Die Kosten pro hergestelltem Auto sollen um 700 Euro sinken, sodass bereits ab 800.000 Autos die Gewinnzone erreicht werde, kündigte Opel an.
Als Teil der PSA-Gruppe erwartet Opel Synergieeffekte in Höhe von jährlich 1,1 Milliarden Euro bis 2020 und sogar 1,7 Milliarden Euro bis 2026. Der deutsche Autobauer werde "vollen Zugriff auf die Technologien der PSA-Gruppe" haben und so in der Lage sein, bis 2024 Elektroautos in allen Pkw-Baureihen anzubieten. Schon 2020 sollen vier Modellreihen mit Elektroantrieb auf dem Markt sein, darunter der nächste Corsa.
Wachstum verspricht sich der Autobauer auch durch die Expansion: Bis 2022 werde Opel auf mehr als 20 neuen Exportmärkten Autos verkaufen, kündigte Lohscheller an. Beim bisherigen Eigentümer General Motors (GM) aus den USA waren die Märkte von Opel stark eingeschränkt.