Opel: Thomas Sedran wird neuer Chef - DER SPIEGEL
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Autobauer in der Krise Opel macht Thomas Sedran zum Übergangschef

Opel hat einen neuen Chef - zumindest vorübergehend. Thomas Sedran werde die Geschäfte des Autobauers führen, "bis ein Nachfolger ernannt wird", teilte das Unternehmen mit. Der Manager startet unter schwierigen Vorzeichen. Kurz vor seiner Ernennung wurden miserable Absatzzahlen bekannt.
Thomas Sedran: Der Manager übernimmt vorerst den Chefposten bei Opel
Thomas Sedran: Der Manager übernimmt vorerst den Chefposten bei Opel

Thomas Sedran: Der Manager übernimmt vorerst den Chefposten bei Opel

Foto: Gm Company/ dpa
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Rüsselsheim - Auf ihn warten schwierige Aufgaben: Der bisherige Strategievorstand Thomas Sedran soll vorerst den Chefsessel beim angeschlagenen Autobauer Opel übernehmen. Der Aufsichtsrat ernannte den Manager am Dienstag in einer Sondersitzung aber nur zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Denn eine Dauerlösung wird weiter gesucht. Zusätzlich zu seinen derzeitigen Aufgaben werde Sedran die Geschäfte des Unternehmens führen, "bis ein Nachfolger ernannt wird", teilte Opel mit.

Der 47-Jährige ist erst seit April bei dem Unternehmen. Er kennt den Autobauer aber aus seiner Zeit bei der Unternehmensberatung AlixPartners sehr gut. Sedran begleitete die jüngste Opel-Sanierung, bei der ein Werk geschlossen und 8000 Mitarbeiter entlassen wurden.

Sedran folgt auf Karl-Friedrich Stracke, der am vergangenen Donnerstag zurückgetreten war. Stracke selbst hatte Sedran im April in den Vorstand geholt.

Der promovierte Ökonom soll die Traditionsmarke, die seit Jahren milliardenschwere Verluste anhäuft, aus der Krise führen. Wie verfahren die Lage bei der General-Motors-Tochter ist, zeigen aktuelle Zahlen. Der Absatz von Opel ist im ersten Halbjahr weiter geschrumpft. Zusammen mit der britischen Schwestermarke Vauxhall verkaufte das Unternehmen in Europa 15 Prozent weniger Fahrzeuge als noch ein Jahr zuvor, teilte der Herstellerverband ACEA mit. Damit lag der Rückgang bei Opel gut doppelt so hoch wie im Durchschnitt aller Automarken. Der Marktanteil des Unternehmens ging von 7,6 Prozent auf 6,9 Prozent zurück.

Opel leidet wie andere Hersteller auch unter der Absatzflaute in Europa. Das führt zu teuren Überkapazitäten. Ex-Chef Stracke hatte einen Wachstumsplan entwickelt, der unter anderem auf Export, Investitionen und die Allianz mit dem französischen Partnerkonzern PSA Peugeot Citroën setzte. Bis 2016 wollte er auf Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Experten erwarten nun, dass Sedran härter durchgreifen und einen radikaleren Sparkurs einleiten wird.

mmq/Reuters/dpa