Siemens-Tochter Osram streicht noch mehr Stellen
Fertigungsband in einem Osram-Werk: Acht Standorte in Deutschland
Foto: dapdMünchen - Der Wandel auf dem Lichtmarkt macht Osram zu schaffen: Das Unternehmen streicht in Deutschland mehr Arbeitsplätze als ursprünglich angekündigt, auch im Ausland fallen Tausende Stellen weg. Weltweit will die Siemens-Lichttochter wenige Monate vor ihrer Abspaltung vom Mutterkonzern rund 4700 Jobs einsparen, wie Osram am Freitag in München bekanntgab. Auch in Deutschland sollen noch einmal 400 Stellen zusätzlich wegfallen, betroffen sind vor allem die Standorte Berlin, Wipperfürth und München. Neben den Streichungen will Osram rund eine Milliarde Euro einsparen und Werke verkaufen.
Der grundlegende Wandel auf dem Lichtmarkt - etwa hin zur LED-Technik - macht dem traditionsreichen Unternehmen seit langem zu schaffen. Anfang des Jahres hatte der Konzern bereits angekündigt, in Deutschland jede zehnte Stelle zu streichen und einen "deutlichen Anpassungsbedarf" an den Standorten weltweit angekündigt. Anstelle von rund tausend Mitarbeitern wird es hierzulande nun knapp 1400 Beschäftigte treffen. Am Ende wird weltweit fast jede fünfte Stelle weggefallen sein.
Die Hälfte der Einsparungen soll der Einkauf beitragen. Der Stellenabbau und Umbau kostet das Unternehmen einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Siemens wollte die Tochter ursprünglich mit einem klassischen Börsengang abspalten, entschloss sich wegen der unsicheren Lage an den Finanzmärkten aber für ein sogenanntes Spin-off. Nach einem Ja der Hauptversammlung am 23. Januar sollen Aktionäre für je zehn Siemens-Aktien eine Osram-Aktie erhalten. Das Papier soll dann an der Börse gehandelt werden.
Eigentlich wird dem weltweiten Lichtmarkt angesichts des Trends zum Energiesparen und der wachsenden Nachfrage ein enormes Potential vorhergesagt. Allerdings kostet die Entwicklung neuer Technik und der Umbau auf dem Weg dorthin zunächst viel Geld - und der Markt ist umkämpft. Der harte Wettbewerb drückt angesichts starker asiatischer Rivalen auch die Preise. In Industriekreisen heißt es, dass bei LEDs die Preise zuletzt um 20 Prozent nachgaben.
Zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres arbeiteten insgesamt rund 39.000 Menschen für Osram, davon 10.000 in Deutschland. Von den weltweit 40 Standorten befinden sich acht in Deutschland, der größte mit rund 1900 Beschäftigten in Regensburg. Osram machte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 5,4 Milliarden Euro.