Prognose: Industrie rechnet mit 300.000 neuen Jobs - DER SPIEGEL
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Prognose Industrie rechnet mit 300.000 neuen Jobs

Mehr Investitionen, mehr Wachstum, mehr Arbeitsplätze: Deutsche Unternehmen blicken äußerst zuversichtlich auf das neue Jahr. Finanzminister Schäuble ist deutlich zurückhaltender.
Monteur in Leipzig: Deutsche Unternehmen stellen wieder ein
Monteur in Leipzig: Deutsche Unternehmen stellen wieder ein

Monteur in Leipzig: Deutsche Unternehmen stellen wieder ein

Foto: Jan Woitas/ picture alliance / dpa
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Berlin - So viel Optimismus war lange nicht unter deutschen Unternehmen. Die wirtschaftliche Erholung sei nun "auch in der Binnenwirtschaft voll angekommen", jubelt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Deutsche Firmen wollten so viel investieren wie zuletzt 2007, ergab eine DIHK-Umfrage unter 28.000 Unternehmen. Der Verband korrigierte seine Wachstumsprognose von 2,4 auf drei Prozent herauf.

Damit sind die Unternehmen zuversichtlicher als die Politik. Die Bundesregierung erwartet bislang nur 2,3 Prozent. Andere Experten halten aber ebenfalls ein Wachstum von drei Prozent für möglich.

Vor allem exportstarke Industriezweige wie Maschinen- und Autobau oder die Chemieindustrie wollen ordentlich investieren. Außerdem planen viele Unternehmen, neue Mitarbeiter einzustellen. Insgesamt rechnet der DIHK für 2011 mit 300.000 zusätzlichen Beschäftigten und durchschnittlich 2,9 Millionen Arbeitslosen.

Gute Laune macht den Firmen laut der Umfrage sowohl die hohe Auslandsnachfrage als auch der anziehende Konsum. Aufgestockte Investitionsbudgets im Einzelhandel, bei den Konsumgüterproduzenten und bei personenbezogenen Dienstleistern wertet der DIHK als "Beleg für ein gestärktes Vertrauen der Unternehmen in eine fortdauernde Belebung des Privatkonsums".

Rohstoffpreise als Risiko

Mit Sorge beobachten allerdings viele Firmen die steigenden Rohstoff- und Energiepreise. "Für immer mehr Branchen entwickeln sie sich zum Konjunkturrisiko Nummer eins", schreiben die Experten. Um sich dagegen zu wappnen, investierten viele Industriebetriebe in energieeffizientere Maschinen und Anlagen.

Deutlich zurückhaltender als der DIHK äußerte sich Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) über die Wachstumsperspektiven. "Wir sollten uns realistischerweise dazu bekennen, dass für Deutschland mehr als anderthalb bis zwei Prozent Wachstum weder nachhaltig möglich noch unbedingt wünschenswert sind", sagte Schäuble der "Zeit".

dab/Reuters/dpa-AFX