Online-Preisvergleich ProSiebenSat.1 übernimmt Verivox
ProSiebenSat.1-Chef Ebeling: Bis zu 210 Millionen Euro für Preisvergleichsseite
Foto: Frank Leonhardt/ picture alliance / dpaDas Preisvergleichsportal Verivox gehört künftig zu ProSiebenSat.1. Insgesamt bezahlt die TV-Gruppe aus Unterföhring bei München den bisherigen Eigentümern um den Finanzinvestor Oakley Capital rund 170 Millionen Euro für einen 80-prozentigen Anteil an Verivox. Hinzu kommt ein Nachschlag, der von der Gewinnentwicklung des Verbraucherportals abhängt und sich auf bis zu 40 Millionen Euro belaufen kann.
Die Übernahme der Internetfirma für Energietarifvergleiche ist eine relativ große Akquisition für den Fernsehkonzern. Bislang hatte ProSiebenSat.1 bei seiner Einkaufstour in der Digitalbranche nur zweistellige Millionenbeträge für einzelne Unternehmen ausgegeben, nun ist der Konzern bereit, für Verivox bis zu 210 Millionen auszugeben. Insgesamt will Vorstandschef Thomas Ebeling im laufenden Jahr bis zu 500 Millionen Euro in Übernahmen stecken.
Schon länger versucht die Mutter der Privatsender ProSieben und Sat.1 durch digitale Zusatzgeschäfte unabhängiger von TV-Werbeeinnahmen zu werden. Online-Aktivitäten wie Internethandel und kostenpflichtige Video- und TV-Angebote tragen maßgeblich zum Wachstum bei, sie liefern bereits ein Fünftel der Konzernumsätze. In den vergangenen Monaten etwa übernahm ProSiebenSat.1 einen Großteil des Sexspielzeug-Versenders Amorelie sowie das Parfüm-Start-up Flaconi.
Übernahme könnte Aufstieg in den Dax befördern
ProSiebenSat.1 päppelt die Online-Beteiligungen mit vergünstigten TV-Werbespots, sodass sie rasch einem Millionenpublikum bekannt werden. Neben dem Reisegeschäft mit Portalen wie weg.de, billiger-mietwagen oder wetter.com soll Verivox nun Kern einer Gruppe von Preisvergleichsportalen im Konzernportfolio werden.
Nach eigenen Angaben ist Verivox das führende Vergleichsportal für Energie in Deutschland. Daneben bietet es Vergleiche für Telekommunikation, Versicherungen, Finanzen, Fahrzeuge und provisionsfreie Immobilien. Ursprünglich wollte ProSiebenSat.1 auch einen Teil des Online-Reisevermittlers Unister (fluege.de, ab-in-den-urlaub.de) übernehmen, nahm davon in der Zwischenzeit aber wieder Abstand. (Lesen Sie über die Probleme von Unister im aktuellen SPIEGEL.)